Eine Orgel für Riga: Benefiz-Konzerte an Wegscheider-Orgeln

Drei erfolgreiche und begeisternde Benefizkonzerte an den Wegscheider-Orgeln in und nahe Berlin wurde im April und im Juni 2026 durchgeführt. Sie erbrachten stattliche Spenden und trugen weiter zur Bekanntmachung unseres Projekts bei (nicht zuletzt, da auf das Schlusskonzert im Kultursender von Radio Berlin-Brandenburg durch Bernhard Schrammek hingewiesen wurde, der auch einige Informationen über das Vorhaben selbst vermittelte.)

Eine „Bach-Orgel“ für Riga

> Werden Sie Patin oder Pate der neuen Contius-Orgel im Dom zu Riga

Am 8. April traten in der Dorfkirche Schönefeld an der dort 2020 eingeweihten Wegscheider-Orgel Hanna Cho, Heena Lee und Aleksandr Volkov aus der Schülerschaft von Professor Henry Fairs, Universität der Künste Berlin, und verzauberten mit Musik von D. Buxtehude, J. S. Bach, F. Mendelssohn-Bartholdy und R. Schumann.. Die Gesandte der Botschaft von Lettland, Frau Elina Borhersa, würdigte das Vorhaben und dokumentierte seitens Lettland Interesse und Anerkennung für das Vorhaben., und Kristian Wegscheider erläuterte das Konzept der an Andreas Contius orientierten Barock-Orgel in Riga.

Alle Fotos in diesem Beitrag: © Bernd Malner

Für den 3. Juni hatte Rudite Livmane, die lettische Kantorin der Evangelischen Kirchengemeinde Alt-Pankow, eine Schar von ca. 30 Künstlerinnen und Künstlern versammelt für ein überaus reichhaltiges Programm , das sie leitete und moderierte. Zugleich spielte sie auf der seit 2021 dort vorhanden barocken Orgel aus der Orgelwerkstatt Kristian Wegscheider. Das Programm enthielt wunderbare Musik unter dem Motto „musikalisches Kaleidoskop – Musik aus Lettland“, Orgel mit Gesang, Flöte, Streicher, Oboe, Pauken und Klavier/Cello sowie Vokalwerke durch einen Projektchor aus Pankow mit Beteiligung von Angehörigen des RIAS-Kammerchors. Enthusiastischer Beifall des umfangreichen Publikums. Das Grußwort der lettischen Botschafterin, I.E. Frau Alda Vanaga, wurde diesmal verlesen, dokumentierte aber erneut Interesse und Dankbarkeit sowie den deutsch-lettischen Charakter des Projekts.

In der voll besetzten Heilandskirche in Sacrow am Havelufer spielte am 14. Juni Professor Henry Fairs zur Begeisterung des Publikums ein hochkarätiges Konzert mit Werken von H. Scheidemann, J.S. Bach, .G. Müthel, J.U. Steigleder. G. Frescobaldi, A.Ph. Bach und Georg Muffat. Das Grußwort der lettischen Botschafterin trug diesmal sehr engagiert ihre Kulturreferentin Frau Magone Runka vor.

Allen beteiligten Künstlerinnen und Künstlern gebührt aufrichtiger Dank für Engagement und Auftreten ohne Honorar sowie große Anerkennung für die Qualität der Aufführungen. Großer Dank gebührt auch den gastgebenden Kirchengemeinden für Engagement und Unterstützung: in Schönefeld Kantor Thomas Müller, in Pankow Pfarrer Michael Hufen und in Sacrow Prädikant Reinhard Beyer. In ihnen haben wir warmherzige Freunde gefunden.

Handlungsempfehlungen für Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt

In meinen letzten vier Schulahren als Lehrer in Internatsgymnasien zeigt die Beobachtung von Schüler/innen, dass sie bei jeder sich nur bietenden Gelegenheit mit einem Griff ihr Smartphone hervorholen, entsichern, wischen und immer wieder wischen. Sie sitzen den Pausen in Gruppen zusammen oder alleine, starren auf ihr Smartphone, Gespräche entstehen eigentlich nur, wenn einer dem anderen das Display zeigt. Viele von ihnen tragen ihr Smartphone ständig auf der flachen Hand vor sich her. Kaum jemand von ihnen guckt irgendetwas Schulrelevantes nach, alle sind den sozialen Medien verfallen, denen es mit allen Tricks gelingt, ständig die Aufmerksamkeit ihrer User zu kapern. Das Wort „Konzentration“ kommt nur auf S. 58 einmal vor. Wegen der besonderen Tragweite des Mangels an Konzentration durch die sozialen Medien hätte dieser Begriff viel mehr Aufmerksamkeit verdient.

Die jetzt vorgelegte Studie schlägt sehr zu Recht eine großen Bogen, in dem sie viele Aspekte der digitalen Welt, in die viele Jugendliche sich gerne zurückziehen untersucht. Die große Vorsicht, mit der die Autoren sich einer Regelung der Nutzung der „Sozialen Medien“ annähern, zeigt, dass sie sich sehr wohl den technischen Hürden, die mit einer solchen Regelung verbunden sind, bewusst sind. Es wird auch deutlich, wie notwendig eine europäische Regelung dieser Frage ist.

Die Unabhängige Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ hat am 24. Juni 2026 der Bundesbildungs- und – familienministerin Karin Prien 56 Handlungsempfehlungen für eine moderne Kinder- und Jugendpolitik im digitalen Zeitalter überreicht.

Handlungsempfehlungen der Expertenkommission Kinder und Jugendmedienschutz

Kurzfassung: Handlungsempfehlungen der Expertenkommission Kinder und Jugendmedienschutz

Die Empfehlungen zeigen Wege auf, wie Schutz, Befähigung und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt gelingen können. Sie bilden die Grundlage für die im Koalitionsvertrag vereinbarte Gesamtstrategie der Bundesregierung zum Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt. Die Empfehlungen enthalten Vorschläge zum Schutz, zur Befähigung und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt. Der Bericht ist auch eine Grundlage für die im Koalitionsvertrag vereinbarte Gesamtstrategie der Bundesregierung zum Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt.

Karin Prien bewertet die Empfehlungen der Kommission als wichtige Grundlage für eine moderne Kinder- und Jugendpolitik in der digitalen Welt. Sie fordert mehr Verantwortung von Plattformanbietern, sichere und kindgerechte digitale Angebote („Safety by Design“) sowie eine gesetzliche Altersgrenze von 13 Jahren für soziale Medien mit wirksamer Alterskontrolle. Zudem unterstützt sie die stärkere Verankerung elterlicher Medienerziehung und setzt auf gemeinsame Anstrengungen von Politik, Bildungseinrichtungen, Wissenschaft und Familien. Ziel ist eine Gesamtstrategie, die Schutz, Befähigung und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen gleichermaßen stärkt und ihnen eine sichere Nutzung digitaler Angebote ermöglicht.

Die 56 Handlungsempfehlungn Kurzfassung: Handlungsempfehlungen der Expertenkommission Kinder und Jugendmedienschutz, S. 8-10, enthalten eine sehr großes Bündel an weitreichenden Maßnahmen, die nahezu alle Aspekte der Nutzung von digitalen Angeboten durch Kinder und Schüler enthalten.

Hat unsere Rdaktion etwas übersehen? „TikTok“ kommt gar nicht vor. „YouTube“ wird auch nicht genannt. Es geht aber um „soziale Medien“: „Kinder und Jugendliche wachsen in einer Welt auf, in der digitale Medien allgegenwärtig sind. Soziale Medien, digitale Plattformen und zunehmend auch Anwendungen künstlicher Intelligenz (KI) prägen ihre Informationsumgebungen, ihre Freizeitgestaltung, ihre sozialen Beziehungen, ihre Lernprozesse und insgesamt ihre gesellschaftliche Teilhabe. “ S. 4

In der „Handlungsempfehlung 19“ wird der Bericht deutlicher. Wir zitieren:
„Problem. Internet und soziale Medien sind für junge Menschen zentrale Quellen politischer Informationen und zugleich Räume der Identitätsbildung. Dort treffen sie auf vereinfachte, zunehmend KI-generierte Narrative, emotionale Zuspitzungen und gezielte Desinformation antidemokratischer Akteure. Diese Strategien sind schwer zu durchschauen und sie beeinflussen die Meinungsbildung und das Demokratieverständnis.“ S. 47

Die „Empfehlung“ lautet:
„Medienbildung und politische Bildung sollen gezielt verzahnt werden, damit junge Menschen antidemokratische Narrative erkennen und sich aktiv damit auseinandersetzen.
Über ein bundesweites Förderprogramm sollen Konzepte für Schule, Jugendverbandsarbeit, Vereine und die offene Kinder- und Jugendarbeit entwickelt, erprobt und implementiert werden, getragen von Projektverbünden aus Praxis und wissenschaftlicher Begleitung. Eine Zusammenarbeit mit den Bundes- und Landeszentralen für politische Bildung soll angestrebt werden.

Zuständig ist der Bund.“ (ib.)

Die „Wirkung“ auf der gleichen Seite klingt wie ein Lernziel, das geschärft werden könnte:
„Junge Menschen durchschauen manipulative Online-Strategien, ordnen sie ein und
entwickeln eigene Handlungsmöglichkeiten. Sie bilden ein faktenbasiertes
Demokratieverständnis und eine demokratische Haltung aus, mit denen sie sich an der Gesellschaft beteiligen.“ (ib.)

„Handlungsempfehlung 20“ will „Erprobungsräume (Safer Spaces) für junge Menschen öffnen, um Internetphänomene zu erkennen und Umgangsstrategien zu entwickeln“ (S. 48)

Das „Problem“ wird wie folgt umrissen: „Das Internet, Soziale Medien und Online-Games sind für junge Menschen zentrale Räume der Information, des Austauschs und der Meinungsbildung. Dort treffen sie aber auch auf Desinformation, populistische Ansprache und Hasskommentare und bewegen sich durch algorithmische Empfehlungen häufig in Echokammern mit einseitiger Orientierung. Um sich eine eigene, an demokratischen Werten ausgerichtete Haltung zu bilden, fehlen ihnen begleitete Räume, in denen sie Gegenstrategien erproben können.“ (ib.)

Spätestens mit hier beschriebenen „Wirkung“: „Junge Menschen durchschauen Desinformation und Manipulation, ordnen sie ein und treten ihnen kompetent entgegen. Sie sind in der Lage, sich vor der Vereinnahmung durch demokratiefeindliche Akteure zu schützen und sich gestärkt an gesellschaftlichen Debatten zu beteiligen,“ (ib.) kommen Zweifel auf, ob die Autoren dieses Berichts die tatsächlichen Gefahren wirklich in den Blick genommen haben.

Die Argumente bezüglich der Altersgrenzen werden in der „Handlungsempfehlung 36“ „Risiko- und designorientiert regulieren – zwei Alternativen: gesetzliche Mindestaltersgrenze (13 Jahre) und dienstspezifische Altersgrenzen“ gegeneinander abgewogen: S. 69-73. Die erste Alternative: „(1) Nach der ersten Alternative soll für die eigenständige Nutzung eigener Social-Media Accounts eine gesetzliche Mindestaltersgrenze von 13 Jahren gelten. Sie soll mit einer wirksamen Altersüberprüfung verbunden werden. Für Kinder unter 13 Jahren soll ein gesetzlicher Erlaubnisvorbehalt geschaffen werden, der nachweislich kindgerechte und risikoarme Angebote zulässt. Das Erziehungsrecht der Mütter und Väter soll gewahrt bleiben, soweit das körperliche, geistige und seelische Wohl des Kindes nicht gefährdet wird.
Für Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren sollen abgestufte Schutzstandards gelten.
Dabei soll zwischen den Altersgruppen 13 bis 16 und 16 bis 18 Jahren unterschieden werden. Riskante Funktionen sollen standardmäßig deaktiviert sein (s. HE 37 „Sichere und altersgerechte Voreinstellungen und Designanforderungen für Jugendaccounts“).“

Die „Handlungsempfehlung 38“ „Eine wirksame und datenschutzgerechte Altersbestimmung unter Wahrung der Grundrechte verbindlich regeln“ wird konkreter: Das Problem, das sich mit den sozialen Medien stellt, wird so beschrieben: Alterskontrollen sollen Kinder und Jugendliche vor schädlichen Inhalten schützen, doch bisher fehlen verbindliche Vorgaben, sodass Plattformen selbst über die eingesetzten Verfahren entscheiden. Viele Methoden bergen Risiken für Datenschutz, Grundrechte und Diskriminierung, während unklare Regeln sowohl den Jugendschutz als auch die Rechte und Teilhabe aller Nutzerinnen und Nutzer gefährden. Die Kommission ist sich bewusst, dass es nicht einfach ist diesen Zugang zu regeln erinnert daran, dass die Verfahren zur Alterskontrolle sich stark in ihrer Zuverlässigkeit, Umgehbarkeit und ihren Auswirkungen auf die Grundrechte der Nutzerinnen und Nutzer unterscheiden. Besonders biometrische und datenbasierte Methoden gefährden Datenschutz und Selbstbestimmung, fördern die Machtkonzentration großer Plattformen und können sowohl den Jugendschutz als auch die Rechte aller Nutzer beeinträchtigen. Dementsprechend sind die Empfehlungen auch kompliziert formuliert: „Variante 1: Bei Einführung eines gesetzlichen Mindestalters für soziale Medien“ und „Variante 2: Risikobasiertes Stufenmodell (ohne allgemeines Mindestalter)“ (S. 75 f)

Unsere Redaktion hat auf unserem Frankreich-Blog schon öfters über die Maßnahmen zum Schutz der Kinder und Jugendlichen in der digitalen Welt in Frankreich berichtet: > Frankreich will den Jugendlichen unter 15 Jahren den Zugang zu sozialen Netzwerken verbieten – 27. Juni 2026

Lucas Vogelsang liest aus »Zeitlupen. Denn der Fußball schreibt die besten Geschichten«

Der Fußball ist eine Bildermaschine, er produziert Legenden, Momentaufnahmen. Szenen, die vom Triumph und vom Scheitern erzählen, von Rivalität und Leidenschaft, von Aufstieg und Abgrund.

Die »Zeitlupen« folgen diesen Spuren des Spiels und zeigen, wie es weiterging. Nach dem wichtigsten Tor, dem letzten Zweikampf, dem traurigen Abgang. In jedem Augenblick schon der Anfang einer neuen Geschichte.
Und es geht um die Karrieren nach dem Abpfiff, dieser ewigen Nachspielzeit. Und zeigen, wie es weiterging. Nach dem wichtigsten Tor, dem letzten Zweikampf, dem traurigen Abgang. In jedem Augenblick schon der Anfang einer neuen Erzählung.

 

Mit zwei zusätzlichen Kapiteln und ­einem neuen Vorwort.

Lucas Vogelsang
> Zeitlupen. Denn der Fußball schreibt die besten Geschichten
2. Druckaufl., 2024, Erscheinungstermin: 19.10.2022, 272 Seiten, broschiert/div>
ISBN: 978-3-608-50174-2
Diese Ausgabe ersetzt die ISBN: 978-3-608-50497-2

Lesebericht und Nachgefragt: Niclas Seydack, »Geile Zeit«

Das Buch von Niclas Seydack ist gerade als Taschenbuch erscheinen, deshalb zeigt unsere Redeaktion den Lesebericht von 24.9.2024, der bei Klett-Cotta erschienen war, und das Interview zu »Geile Zeit« hier noch einmal an:

Nicht über sich schreibt Niclas Seydack, sondern wie der Untertitel von »Geile Zeit« lautet, er verfasst gleich eine »Autobiographie einer ganzen Generation«. Seydack erzählt, wie das Leben damals in dem kleinen Dorf unweit der Ostsee so war. Er spielte mit seinen Freunden: „Kann Malte rauskommen?“ Und genauso wie wir damals in Köln in einem Büdchen die Verpflegung für unsere Ausflüge kauften, bei uns waren es Gummibärchen, die wir dann auf den Fahrradtouren durch den Kölner Grüngürtel gerecht verteilten, waren es bei Niclas saure Schnüre. Zu Hause wächst er schon mit einem PC und einem Gamepad auf.

So einfach war der Übergang auf die weiterführende Schule nicht, weil sein Volksschullehrer ihm den Wechsel auf das Gymnasium nicht zugetraut hatte, die Eltern sahen das anders und überstimmten Herrn Holm-Reichert. Das Gymnasium begann mit einer Schweigeminute für die Opfer von 9/11. Dann das Seebeben im Indischen Ozean, die Welt rückte irgendwie immer näher. Wieder eine Schweigeminute, diesmal wegen des Amoklaufes in Erfurt: Künftig würde vor so etwas mit „Frau Schwarz bitte ins Sekretariat …“ gewarnt werden.

Eine erste Karriere als Klassenclown scheiterte schon im ersten Anlauf. Der zweite Versuch war kaum besser, ein bisschen unanständig und eigentlich nur für Ärger geeignet. Ein erster Schülerjob führt Niclas in eine Bäckerei, er probt seinen Einsatz gegen Rassismus und bekommt prompt Ärger.

Auf den Familienkassetten entdeckte er bald die einschlägigen Filme, mit denen er zu Hause Vorführungen für seine Freunde veranstaltete. Draußen durfte nicht allzu viel Lärm gemacht werden, die Kurgäste in Bad Schwartau brauchten Ruhe. Im Unterricht sollte HMTL gelernt werden, aber Blobby Volley wurde unbemerkt gespielt. Überhaupt gewinnt man bei Niclas‘ Rückschau den Eindruck, dass überall gelernt wurde, sich ständig neue Horizonte auftaten, dauernd etwas Neues entdeckt wurde, immer wieder was passierte, nur nicht in der Schule. Das stellt die Institution Schule kaum in Frage, denn Niclas scheint über die Kritik an seiner Schulzeit schon schnell und längst hinweg zu sein.

Seine Freunde flogen nach Rom, Athen oder London, Niclas ging zum Campingplatz in Scheeßel. Mehr oder weniger gelungene Mutproben aller Art vertrieben die Zeit. In der Oberstufe stand die Sorge um den Abischnitt immer im Vordergrund. Dann die Abschlussfahrt nach Italien und Herr Krüger erzählte ihnen etwas über die Renaissance, was seine Zöglinge arschlangweilig fanden, und er revanchierte sich bei Niclas: „… aus Ihnen, Niclas, wird sowieso nichts mehr.“ Schulzeit verpfuscht? Kein lobendes Wort über die Schule …? Schwingt da auch Enttäuschung mit, dass so wenig davon übrigblieb? Desillusionen, Missbehagen, Bedauern über verpasste Chancen? Die Rückblicke von Niclas entsprechen manchmal gar nicht so recht dem Titel des Buches. Hätte man was anders machen können?

Zivildienst bei einer katholischen Hilfsorganisation. Und dann passierte wirklich etwas. Lena (Meyer-Landrut) gewann 2010 mit ihrem Hit „Satellite“ den Eurovision Song Contest in Oslo.

Nach dreizehn Schuljahren gings mit 21 in die Uni nach Jena. Regelstudienzeit, Bologna-Prozess, Credit Points, in einem Absatz präzisiert Niclas seine ganz berechtigte Kritik an der deutschen Uni: vgl. S. 99. Wieder geht es um verpasste Chancen, die er aber auch nicht zu verantworten hatte. Studieren zwischen den Partys, improvisierte Raves am Sonntagmittag. Immer näher kommt die Welt. Massenpanik auf der Loveparade in Duisburg, Amoklauf auf der norwegischen Insel Utøya, der Copilot des Germanwing-Flugs 9525, der 150 Menschen mit in den Tod riss.

Dann das Praktikum bei der Stadtredaktion in Dresden. Wie wird man erwachsen? Wenn die Kindheit endgültig zu Erinnerung wird? (S. 129) Dann kam die Pandemie und die endlosen Zoom-Sitzungen. Eigentlich wollte er Journalist werden, stattdessen gab es jetzt Kurzarbeit im Homeoffice.

Die Krisen der Welt. Aber da war ja Kanzlerin Merkel, die aufpasste, dass sie nicht zu nahekamen. Niclas rechnet ihr hoch an, dass sie seiner Mutter so ähnelte und erinnerte sich an ihr „Wir schaffen das.“ Sie fand das „alternativlos“ und Niclas glaubte im Nachhinein, dass sie dadurch die neue „Fascho-Partei“ förderte.

Um die 30 ist er jetzt und kriegt den ersten Rentenbescheid; hat eine 40-Stunden-Woche. „Eigentlich ist es die Aufgabe und das Privileg junger Menschen, Neues zu erfinden, das die Alten nervt.“ (S. 203)

»Geile Zeit« ist der Bericht aus einer Zeit, in der alles ausprobiert wurde. Zugleich aber auch eine gewisse Nachdenklichkeit, war man doch in der Jugend eigentlich auf nichts vorbereitet, was da später kommen würde.

Niclas Seydack,
Geile Zeit
Stuttgart:Tropen 2024

Lesebericht: Antonio Scurati, »Faschismus und Populismus«

Stürzende Imperien««Die neue weiße Reihe bei Cotta bündelt immer wieder, präzise auf den Punkt gebracht, Überlegungen zu den großen Fragen unserer Zeit. Im vorliegenden Buch meldet sich Antonio Scurati zu Wort und erklärt die Zusammenhänge zwischen Faschismus und Populismus. Es lohnt sich, »Faschismus und Populismus« zu lesen und seine Gedankengänge genau nachzuvollziehen, da es seinen Lesern von heute den Blick auf die Praktiken der Populisten schärft, die unsere Parlamente erobern, obwohl sie mit der parlamentarischen Demokratie fremdeln. Dieses Buch ist auch ein Weckruf. Seid wachsam gegenüber den Populisten, ihr Treiben ist durchschaubar, man muss nur genau hinsehen. Lasst Euch nicht verführen, denn irgendwann ist es zu spät, so könnte das Resümee dieses Buches lauten.

I. Faschismus. Antonio Scurati, Literaturwissenschaftler und Autor des mehrbändigen Romanzyklus über Mussolini »M« erklärt in dem Essay »Faschismus und Populismus« (übers. v. E. Heinemann, Stuttgart: Cotta 2024), warum die populistischen Extremisten, die sich nicht unbedingt links oder rechts einordnen lassen, unseren Demokratien so gefährlich werden. Wie konnte es dazu kommen? „Dass das Gefühl für Geschichte verloren ging, ist eine der großen geistigen Unzulänglichkeiten unserer Zeit, die in vielerlei Hinsicht eine privilegierte Epoche ist“ (S. 9). Es sei zu Beginn des Millenniums gewesen: „Wir verloren die Fähigkeit, uns vom großen Strom der Zeit, die von fernher kam und in die Ferne strömte noch getragen zu werden…“ (S. 11). Das sei kein Grund, sich zu verstecken, zumal gerade eine rechtsextreme Partei in Italien die Regierung übernommen hat. Wird die Verbindung zur Geschichte von ihr einfach gekappt oder neu interpretiert werden? Da die Debatte bisher ausgeblieben sei, befürchtet Scurati, dass es zu einem „aufwiegelnden und gehässigen Revisionismus“ (S. 14) kommen werde.

Es sind die Erfahrungen, die Scurati bei der Niederschrift des Romanzyklus über Mussolini »M« gesammelt hat, die sein historisches Bewusstsein geschärft haben. Im neuen Millennium verstärkten sich die revisionistischen Geschichtsdarstellungen und die Propaganda von offen neofaschistischen Gruppen und es gab immer neue Grenzüberüberschreitungen geprägt vom nationalen Bewusstsein. So erlitt die demokratische Grundeinstellung einen offensichtlichen Schaden, während zur gleichen Zeit Populisten auf dem Vormarsch waren (vgl. S. 21).

Den deutschen Ausdruck Vergangenheitsbewältigung gebe es nicht im Italienischen. Mit der Erzählung des Faschismus aus der Sicht des Antifaschismus hofft Scurati, seinen Teil dazu beitragen zu können, dass die Vergangenheit besser verstanden werde. Sein Befund scheine sich mit aktuellen Lage Italiens zu bestätigen. An dieser Stelle präzisiert Scurati seine Einschätzung: die Parteien, die heute die Demokratien herausfordern, seien Nachfahren des populistischen, nicht des faschistischen Mussolinis, der den Faschismus konzipiert und die politische Praxis eingeführt hat, die heute als „souveränistischer Populismus“ (S. 28 f.) bezeichnet wird. Mit der Unterstützung der Arditi und der Gründung der Italienischen Kampfverbände begann der Faschismus, immer geprägt von Gewalt: „Die Gewalt ist das Alpha und Omega des Faschismus“ (S. 39).

II. Populismus. Die folgenden identifizierten Merkmale des Populismus ergaben sich für Scurati auch aus seiner Arbeit an »M«:

1. Autoritäre Personalisierung ist eines der Kennzeichen, die auf Verführung hinweisen, wenn der Populist sich mit dem Volk gleichsetzen will. Personalisierung entsteht immer, wenn eine Person für die Partei bzw. gar für ein ganzes Volk stehen will. 2. Antiparlamentarische Polemik, die sich aus der Gleichsetzung mit dem Volk ergibt und die Vielfalt der Meinungen im Parlament verunglimpft sowie einfache Lösungen anbietet. 3. Führung durch Nachfolgen wird Mussolinis Leitsatz werden, Taktik statt Strategie, ständiger Verrat. 4. Politik der Angst. Die vermeintlichen Gefahren ständig beschwören, den Niedergang allen vor Augen führen, nicht Hoffnung, sondern Angst verbreiten. Jetzt ist das Ziel fast erreicht: 5. Die Angst in Hass verwandeln, wie Mussolini dies ausdrücklich wünschte. 6. Das moderne Leben vereinfachen: Die Migranten seien der Feind, so wie damals die Sozialisten. Das Verführungskonzept von Mussolini funktioniere heute noch, so Scurati. 1.-6. definiert den Autoritarismus, den die Extremen wie auch Trump sich auf ihre Fahnen geschrieben haben. Dazu kommt die Kommunikation, die sich nicht widerspruchsduldend an die primitiven Instinkte der Menschen richte: „Der Faschismus ist keine Komödie, sondern eine Tragödie“ (S. 80).

Im Nachwort erinnert Scurati schließlich an den Fall der Berliner Mauer und heute nach 20 Jahren sei er sich der „Illusion der ewigen Demokratie“ (S. 83) bewusst.

Antonio Scurati
Faschismus und Populismus
Aus dem Italienischen von: Enrico Heinemann
Stuttgart: klett-Cotta 2024, 96 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-7681-9861-5

Lesebericht: Peter Heather, John Rapley, »Stürzende Imperien«

Jetzt ist die Taschenbuchausgabe von Peter Heather, John Rapley, »Stürzende Imperien« bei Klett-Cotta erschienen. Hier der Lesebericht von 2024:

Peter Heather, Professor für mittelalterliche Geschichte am New College in Oxford, lehrt zurzeit am King’s College in London. John Rapley unterrichtet politische Ökonomie an der Universität in Cambridge und am Johannesburg Institute for Advanced Studies. Beide Autoren zeichnen ein düsteres Bild vom Niedergang des Westens, der mit der Jahrtausendwende eingesetzt hat: Das Bruttoinlandsprodukt der westlichen Länder sinkt, die Migrantenströme wurden zu einem immer größeren Problem, die populistischen Strömungen bieten auch keine Lösungen, sondern akzentuieren mit ihren simplen Lösungen eher noch den Niedergang.

Dem Westen gelingt angesichts der Herausforderungen durch neue Zentren in der Welt keine geeignete Antwort, so wie auch in den westlichen Staaten Finanzprobleme aus dem Ruder laufen, die Verschuldung steigt. Immer mehr wird die Globalisierung als gescheitert empfunden. Wurde der Containerhandel als Antrieb für den weltweiten Handel einst gefeiert, so merkt der Westen, wie er seinen Teil zu einer Entwicklungshilfe beiträgt, die so nicht geplant war. Die dritte Welt gewinnt ein neues Selbstbewusstsein, das auch einen WTO-Gipfel scheitern ließ. So einfach wie früher kann der Westen seine Handelsbedingungen nicht mehr formulieren. Und schließlich ist da auch der Aufstieg Chinas, den beide Autoren als eine außergewöhnliche Zeitenwende bezeichnen, die in einem starken Kontrast zu Russland stehe.

Das Bild, das Heather und Rapley vom Westen zeichnen, könnte düsterer nicht sein. Niedergang überall, rundherum aufstrebende Kräfte in den Peripherien. Eine Krise in den 90er Jahren, die mit staatlichen Hilfen beantwortet wurde, was aber nur zu einem erstmal letzten Aufbäumen des Westens führte und zum Streit der Ökonomen über Sparmaßnahmen und einer staatlichen Ausgabenpolitik. Schon werden Steuermodelle in Frage gestellt und es zeigen sich erste Protestreaktionen, die diese Steuerlast nicht mehr mittragen wollen. Ganz zu schweigen von dem Teufelskreis anfänglicher Proteste, zunehmender Instabilität, die durch zu Autorität neigenden Systemen oder Regierungen, zunehmend möglicherweise mit der Missachtung von (Menschen-)Rechten und dann auch mit Gewalt beantwortet werden. (Auch Paul Lynch widmet sich auf fiktionaler Ebene diesem Thema in seinem Roman „Das Lied des Propheten“ (Klett-Cotta, 2024)).

Diese Liste enthält nur eine Auswahl der vielen Faktoren, an denen der Niedergang des Westens abzulesen ist. Beide Autoren suchen nach Erklärungen und Rezepten, um diesen Abstieg nach einer dreihundert Jahre langen Vorherrschaft über den Planeten zu verhindern. Sie erinnern uns daran, wie das Römische Reich nach einer vergleichbaren Blütezeit mit großer Ausdehnung eine Epoche des Niedergangs und schließlich des Zerfalls erlebte.

Peter Heather und John Rapley schreiben eine Art parallele Geschichte und vergleichen auf beinahe jeder Seite ihres Buches Vorgänge, Ereignisse, Tendenzen und Entwicklungen des Westens mit der römischen Geschichte. So systematisch, wie sie das machen, könnte man auch manchmal Zweifel bekommen, ob die Geschichte sich wirklich wiederholt. Aber genau darin liegt die Spannung ihrer Darstellung, die zu einer Diskussion über Ursachen und Konsequenzen des Abstiegs des Westens anregen soll. Im Zentrum steht dabei immer wieder die Frage nach der Art und Weise, wie Rom mit den Bedrohungen und Angriffen aus seiner Peripherie umgegangen ist. In den Augen beider Autoren gibt es genügend Beispiele, die es erlauben, den Niedergang Roms mit der Entwicklung des Westens zu vergleichen.

Beeindruckend sind die Kenntnisse der beiden Autoren über das Wirtschaftsgefüge der Spätantike, mit denen sie die Sozialgeschichte der letzten Jahrhunderte Roms interpretieren und immer neue Ansatzpunkte zum Vergleich mit dem heutigen Westen aufdecken. Natürlich erinnert man sich an Gibbons Studie über den Verfall und Untergang des römischen Reichs und beide Autoren zeigen, wieso seine Darstellung heute korrigiert werden muss; dabei stützen sie sich auch auf Ergebnisse er Archäologie und zeigen Handelswege mit Konsequenzen auf, von denen Gibbon nichts ahnte.

Immer wieder rechtfertigen beide Autoren ihren Vergleichs-Ansatz: Rom und der Westen gerieten „zum Zeitpunkt ihres vermeintlichen Wohlstandsmaximums“ in eine Krise, ihre Epizentren verschoben sich und Zentren außerhalb ihres Einflussbereiches stiegen auf. Für beide liege darin der Keim ihres eigenen Niedergangs. Die Autoren beharren auf ihrer Idee, Rom und den Westen miteinander zu vergleichen. Dies dürfe aber keinesfalls nur hinsichtlich der Migrationswellen geschehen, sondern auch die Funktionsweise des imperialen Systems müsse berücksichtigt werden, woraus sich ihrer Meinung nach weitere Vergleichspunkte ergeben.

Und dennoch diskutieren beide Autoren auch die Migration, weil ihr Problem sehr viel umfangreicher sei und sich keinesfalls nur mit Größenordnungen beschreiben lasse. So ließen sich die „‘Barbareneinfälle‘ der spätrömischen Zeit“ […] keinesfalls mit den Migrationsströmen unserer Zeit vergleichen“. Ein Migrationsstopp ist in ihren Augen „ein Patentrezept für den absoluten wirtschaftlichen Niedergang“.

Der Vergleich der Endzeit des Römischen Reiches mit der heutigen Situation des Westens führt beide Autoren dazu, dem Westen zu raten, römische Fehler nicht zu wiederholen. Ein ganzes Bündel von Ratschlägen tragen sie vor, darunter die Mahnung, mit neu entstehenden Zentren, wie China nicht um jeden Preis in Konfrontation zu treten, sondern zunächst in der eigenen Peripherie nach Verbündeten zu suchen, die bisher zum Westen in einem Konkurrenzverhältnis gestanden haben.

Nicht jeder Leser wird manchen Vergleich zwischen dem Westen und Roms gleichermaßen bewerten, dennoch ist die Methode der beiden Autoren ein sehr inspirierender Ansatz, um die aktuellen Probleme des Westens besser zu verstehen, die populistischen Sirenentöne der Rechtsextremen fachgerecht beantworten und Lösungsvorschläge zugunsten des Westens diskutieren zu können.

Peter Heather, John Rapley
Stürzende Imperien
Rom, Amerika und die Zukunft des Westens
Aus dem Englischen von: Thomas Andresen
Stuttgart: Klett-Cotta, 1. Auflage 2026, 288 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-608-98922-9

Die Hermann-Lietz-Schule auf Schloss Bieberstein lädt zur Summerschool 2026 ein

Die Hermann-Lietz-Schule auf Schloss Bieberstein lädt zur Summerschool 2026 ein

LIETZ INTERNAT SCHLOSS BIEBERSTEIN
Lädt zur > Summerschool mit Segelfliegen
vom 01.08.2026 bi 14.08.2026

Zum Herunterladen Flyer Summerschool 2026 – Segelfliegen auf der Wasserkuppe

Segelfliegen lernen auf der Wasserkuppe – Wohnen im Schloss.

ABHEBEN. ERLEBEN. WACHSEN.
Zwei Wochen, die dich beflügeln – in jeder Hinsicht.

Tauche ein in zwei unvergessliche Wochen voller Abenteuer, Freiheit und neuer Perspektiven bei der Summerschool im LIETZ Internat Schloss Bieberstein. Vom 01.08. bis 14.08.2026 erwartet dich eine einzigartige Kombination aus Segelfliegen, Gemeinschaft und Schlossleben mitten in der faszinierenden Natur der Rhön. Auf der Wasserkuppe, dem größten Segelflugzentrum der Welt, lernst du gemeinsam mit erfahrenen Fluglehrern die Grundlagen des Segelfliegens. Spüre das Kribbeln beim Start, genieße den Blick über endlose Horizonte und entdecke, wie es sich anfühlt, selbst abzuheben. Dabei wohnst du in einem historischen Schloss mit modernem Komfort und erlebst eine besondere Atmosphäre voller Inspiration und Zusammenhalt. Neben der Flugausbildung erwarten dich spannende Aktivitäten, gemeinsame Erlebnisse und neue Freundschaften, die weit über den Sommer hinaus bleiben. Die Summerschool bietet dir die Chance, Verantwortung zu übernehmen, Selbstvertrauen aufzubauen und über dich hinauszuwachsen.
Hier lernst du nicht nur das Fliegen, sondern auch Teamgeist, Mut und Begeisterung für neue Herausforderungen.

Auf unserem Blog > Erinnerungen an die Hermann-Lietz-Schule auf Schloss Bieberstein

Die Teilnahme kostet 2.500 € und beinhaltet Unterkunft, Verpflegung, Flugausbildung, Betreuung sowie das gesamte Programm. Teilnehmen können Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren mit einem ärztlichen Flugtauglichkeitszeugnis und einer Körpergröße bis maximal zwei Meter. Wenn du bereit bist, Neues zu entdecken und unvergessliche Erinnerungen zu sammeln, dann ist diese Summerschool genau das Richtige für dich. Sichere dir jetzt deinen Platz und werde Teil eines Sommers, der dich beflügelt!

Jetzt bewerben: www.lietz-schulen.de/schloss-bieberstein/informationen/kontakt

Hermann-Lietz-Schule auf Schloss Bieberstein

Konrad-Adenauer-Stiftung: Analysen & Argumente Europäische Union – der steinige Weg zum globalen Stabilitätsanker. Ergebnisse der Panorama-Analyse 2026

Johanna Hohaus und Tim Peter haben für die Konrad-Adenauer-Stiftung habt in ihrer Reihe „Analysen & Argumente“ die Ergebnisse der Panorama-Analyse 2026 unter dem Titel „Europäische Union – der steinige Weg zum globalen Stabilitätsanker“ veröffentlicht:

Die Panorama-Analyse der Konrad-Adenauer-Stiftung ist eine multithematische Standortbestimmung der Entwicklung der Europäischen Union und ihres Umfelds im Jahresvergleich. Sie umfasst drei Dimensionen: (I) Innovation und Wettbewerbsfähigkeit, (II) Europapolitische Ausrichtung der Mitgliedstaaten und (III) Globales Umfeld. Diesen liegen jeweils fünf Indikatoren zugrunde, die sich wiederum auf mehreren Kriterien pro Indikator gründen. In dieser Studie werden die Hauptergebnisse der Panorama-Analyse 2026 präsentiert.

Konrad-Adenauer-Stiftung:   Analysen & Argumente Europäische Union – der steinige Weg zum globalen Stabilitätsanker. Ergebnisse der Panorama-Analyse 2026

Die Panorama-Analyse zeigt, dass die Europäische Union im geopolitisch angespannten Umfeld zunehmend als Stabilitätsanker gilt. Fortschritte gibt es vor allem bei Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Resilienz, während Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft gegenüber China unter Druck geraten. Trotz einzelner Blockaden bleibt die EU handlungsfähig und sollte nach dem Machtwechsel in Ungarn Reformen wie mehr Mehrheitsentscheidungen im Rat vorantreiben. International sollen die EU und ihre Mitgliedstaaten gemeinsam mit anderen Mittelmächten die regelbasierte Weltordnung stärken; die erfolgreiche Handelsagenda gilt dabei als wichtiger erster Schritt.

Benefizkonzerte in Berlin zugunsten der neuen Bach-Orgel in Riga

Benefizkonzerte in Berlin zugunsten der neuen Bach-Orgel in RigaDer Förderverein Orgel Dom Riga e.V. setzt sich dafür dafür ein, dass im Dom zu Riga eine neue Barockorgel nach dem Vorbild von Heinrich Andreas Contius (1708–1795) entstehen kann. Als „Bach-Orgel“ gedacht, soll sie ein barockes Gegenstück zur berühmten romantischen Walcker-Orgel bilden – und Riga um eine weitere, originale Klangwelt zu bereichern. Dieses Instrument soll mehr sein als ein Neubau: Es geht um einen eigenständigen barocken Klangpol – transparent, lebendig und stilistisch überzeugend, gebaut mit heutiger Präzision und in enger Orientierung an historischen Vorbildern.

Im Frühjahr/Sommer 2026 veranstaltet der Förderverein Orgel Dom Riga e.V. noch zwei Benefizkonzerte an Wegscheider-Orgeln in und bei Berlin. Die Konzertreihe verbindet hohe Spielkunst mit persönlicher Nähe zum Instrument: Renommierte Organistinnen und Organisten gestalten die Abende gemeinsam mit engagierten Studierenden der UdK und weiteren Künstlern.

3. Juni 2026 19 :30 Uhr
19.30 Uhr Alte Pfarrkirche Pankow
Kantorin Rudite Livmane & Freunde

14. Juni 2026 17 :00 Uhr
17.00 Uhr Heilandskirche Sacrow
(Potsdam)
Prof. Henry Fairs, UdK Berlin

Eintritt frei. Spenden erbeten.

Zum Herunterladen: > Flyer: Benefizkonzerte zugunsten der Bachorgel in Riga

Die Konzertreihe verbindet hohe Spielkunst mit einem
persönlichen Zugang zum Instrument: Renommierte
Organistinnen und Organisten gestalten die Abende gemein-
sam mit engagierten Studierenden der UdK Berlin. So trifft
Erfahrung auf frische Neugier – und das Publikum erlebt die
Orgel als lebendiges Konzertinstrument.

Förderverein Orgel Dom Riga e.V.
www.orgel-dom-riga.de

Stellenangebot: Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) am Hermann-Lietz-Internat Schloss Bieberstein

Die Einsatzstelle – das Schloss Bieberstein -, liegt außerhalb des Ortes Hofbieber, ca. 13 km östlich von Fulda und befindet sich in der Kernzone des Biospährenreservats Hessische Rhön.
Mehr zum Schloss: www.bieberstein.de
und hier: Erinnerungen an die Hermann-Lietz-Schule auf Schloss Bieberstein

Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) am Hermann-Lietz-Internat Schloss Bieberstein
> https://www.lietz-schulen.de/schloss-bieberstein/informationen/schloss-bieberstein-als-arbeitgeber#stellenangebot

Umfeld

Die Einsatzstelle liegt außerhalb des Ortes Hofbieber, ca. 13 km östlich von Fulda und befindet sich in der Kernzone des Biospährenreservats Hessische Rhön. Die Rhöngemeinde verfügt über eine gute Versorgungsinfrastruktur mit Einkaufsmöglichkeiten, Arzt, Apotheke, Gastronomie, Post. Anschluss an den ÖPNV und Freibad von der Einsatzstelle in Laufweite.

Der Ort bietet sich als Ausgangspunkt für Wanderungen sowie für Rad- und Mountainbike-Touren an. Die nahe gelegene Wasserkuppe bietet weitere Freizeitmöglichkeiten.

Einsatzstelle

Die Hermann-Lietzschule Bieberstein ist ein Oberstufeninternat in freier Trägerschaft und bietet derzeit ca. 100 Schülerinnen und Schülern von der 10. Klasse bis zum Schulabschluss (Abitur/Fachabitur) ein Zuhause. Neben der zum Schulgelände gehörenden historischen Schlossanlage pachtet das Internat einen großer Schulgarten mit Streuobstwiese, der in Kooperation mit einer Schäferin und als Teil des reformpädagogischen Profils zusammen mit den Schülerinnen und Schülern extensiv und naturnah bewirtschaftet wird.

Ihre Aufgaben:

  • Mitarbeit bei der Instandhaltung des Schlossgeländes. Dies umfasst die Pflege von Beeten, Wegen und Rasenflächen, Schnitt von Sträuchern und Stauden. Dabei ist die kontinuierliche Umgestaltung zu einer naturnahen, klimagemäßen Anlage ein Anliegen.
  • Mitarbeit im Schulgarten (Baumschnitt, Kompostierung, Instandhaltungstätigkeiten) Unterstützung der erlebnispädagogischen Arbeit im Regelbetrieb (Anleiten von Schülergruppen bei gärtnerischen Tätigkeiten).
  • Vorbereitung und Durchführung umwelt- bzw. erlebnispädagogischer Aktionen und Projekte (z.B. Apfelernte, Projektwoche, Wochenend-Aktivitäten)

> Bitte weiterlesen.

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