Lesebericht und nachgefragt: Volker Weiß, Das Deutsche Demokratische Reich. Wie die extreme Rechte Geschichte und Demokratie zerstört

Volker Weiß ist Historiker und schrieb lange u. a. für DIE ZEIT und die FAZ. Jetzt schreibt er für die SZ. 2017 stand sein Buch »Die autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes« (mit einem Interview) auf unserer Leseliste. Jetzt ist sein Band »Das Deutsche Demokratische Reich« erschienen, in dem er laut Untertitel erklärt »Wie die extreme Rechte Geschichte und Demokratie zerstört«.

Donald Trump und Wladimir Putin beherrschen beide die „Resignifikation“, die alte Begriffe oder Umstände in der Geschichte aktualisiert und in einen neuen Kontext stellt, um ihnen eine neue Bedeutung zu geben und von dieser zu profitieren. „Kämpft“, ruft Trump, als er bei einem Attentat am Ohr verletzt wurde, so wie Arbeiterführer oder schwarze Bürgerrechter dies einmal gerufen haben. Putin lädt die Mächtigen in die frühere Datscha Stalins ein, so als ob er ihnen zeigen wollte, wo künftig der Hammer hängt.

Schon die ersten sechs Seiten dieses Buches erläutern, wie bei einem Rezept, die Zutaten für Putins Propaganda bzw. Geschichtsklitterung, welcher zufolge die Nazis in der Ukraine bekämpft werden müssen. Jenseits des Atlantiks heißt es „Make … great again“ und zielt ebenso auf eine Interpretation der Vergangenheit, gerade so, wie es der eigenen Ideologie am besten nützt.

Und wenn die Geschichte nicht passt, wird sie hinterfragt, wird ihr der Prozess gemacht, so wie Götz Kubitschek von der „Vergiftung der Vergangenheit“ (zit. S. 9) spricht. Begriffe werden vereinnahmt, herumgedreht, in ein neues Gewand gesteckt. Die sozialen Medien helfen dabei, weil Unsinn sofort in alle Welt geblasen werden kann, wo es ungeprüft seinen Siegeszug durch retweeten, liken o. ä. antritt.

Dieses Buch schärft das Bewusstsein, um der politischen Rhetorik der extremen Rechten besser gegenüber treten zu können. Weiß entlarvt die Methoden, mit denen Propaganda gemacht wird, wo deren Füllstoffe herkommen, wie sie umgedeutet und in neuem Gewand wieder präsentiert werden. Die Rede des AfD-Landtagsabgeordneten in Sachsen-Anhalt Hans-Thomas Tillschneider mit seiner Geißelkritik an der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Paris und sein überschwängliches Lob der Olympischen Spiele 2014 in Sotschi sind ein Beispiel für solche Umdeutungen: man kann leicht die pro-russische Haltung der AfD erkennen…

Volker Weiß
Katechon. Zur Wiederkehr der politischen Theologie in der Gegenwart
Stuttgart: Klett Cotta, 3. Druckaufl., 2026,
128 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-7681-9860-8,

Wie konnte es zu einer Annäherung zwischen den Nationalisten und Russland kommen? Beide Seiten haben ihre eigenen neuen Vorstellungen von der Geschichte und es sind die Umdeutungen, die zu Übereinstimmungen führen. In diesem Zusammenhang zitiert Weiß die Kriegserklärung. Die Ansprache des russländischen Präsidenten am Morgen des 24.2.2022 (Osteuropa hg. v. der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde) – und zeigt ausführlich, wie Putin die „Spezialoperation“ mit sehr fragwürdigen Interpretationen rechtfertigt (vgl. S. 19-29). Statt die erfolgreiche Niederringung Nazi-Deutschlands zu beschwören, scheint der Krieg schon immer der „ewige Kampf des Westens gegen Russland“ gewesen zu sein.
Weiß ermittelt die Quellen dieser Umdeutungen, so zum Beispiel der nationalistische Pseudomystiker Alexander Dugin, dem es gelang, zwischen deutschen und russischen Nationalisten Verbindungen aufzubauen (vgl. S. 45-57). Einer seiner Leser heißt Dimitrios Kisoudis, der im Februar 2022 Grundsatzreferent bei Tino Chrupalla (AfD) wird.

„Resignifikation der Nationalgeschichte“ (S. 125) ist es auch, wenn der Nationalsozialismus, der für die AfD doch irgendwie störend wirkt, qua Neuinterpretation in eine linke Ecke verbannt wird. Als Beleg muss immer wieder ein Goebbels-Zitat herhalten: „Der Idee der NSDAP entsprechend sind wir die deutsche Linke. Nichts ist uns verhasster als der rechtsstehende nationale Bürgerblock.“ Weiß hat untersucht, wie oft das Zitat in AfD-Kreisen verwendet wird. Zitiert wird es 1983 in einer Dokumentensammlung, deren Autor die Quelle nicht geprüft hat, denn dann hätte er gemerkt, dass es sie nicht gibt. Es folgt dann bei Weiß eine kluge Einschätzung, wie ein Artikel vom 9. September 1931 in der nationalsozialistischen Niedersächsischen Tageszeitung links und rechts verwirft und den Nationalsozialismus weder als „rechts“ noch „national“ versteht, sondern ihn auf das ganz Volk bezieht: völkisch.

Liest man das Kapitel über die DDR-Nostalgie, wird der Erfolg der AfD in den neuen Bundesländern verständlich. Der Anspruch der AfD, das „Volk“ zu vertreten als Erinnerung an die Wendeparole von 1989 „Wir sind das Volk“ kommt gut an. Dazu kommt, so Weiß, „das Paradox einer antikommunistischen DDR-Nostalgie“ (S. 178). Weiß erkennt ein „neues Selbstbewusstsein Ost“, das von AfD & Co, autoritär, völkisch und national gelenkt worden sei und deren die identitätsstiftende Parole laute: bloß nicht so werden wie der Westen. Migration, Pandemie, Globalisierung und alle Linken bilden den neuen „Ost-West-Konflikt“, der die Antihaltung gegenüber dem Westen bestimmt. Frühere Werte der DDR werden wieder hervorgekramt und neu aufgewertet Tino Chrupalla (AfD) bedauerte das Verschwinden der so sprichwörtlichen „Hilfsbereitschaft“ und „Mitmenschlichkeit“, die ja damals auch ein Ergebnis des repressiven Staatssystems war. Brisant werden derartige Erinnerungen, wenn die DDR als das bessere Deutschland unter russischer Herrschaft gelobt wird… sie hatte keine Freiheit aber eine nationale Identität. Auch hier werden die Bezüge zur antiwestlichen Propaganda in Russland deutlich.

Schließlich zeigt der Wunsch nach Plebisziten die Absicht, den Willen des „Volkes“ auszuführen. Hier erinnert Volker Weiß an Carl Schmitt und sein Modell der plebiszitären Mehrheitsdiktatur. Die Annäherung an das alte DDR-Blockparteiensystem werde aber gleich wieder auf den Gegner projiziert, so der Autor.

Die Schöpfung „Deutsches Demokratische Reich“ stammt von Jürgen Elsässer- Gründer und Chefredakteur des rechtsextremen Magazins Compact – der am „Tag der deutschen Freiheit“ in Gera am 3. Oktober 2023 seinen Zuhörern von einer Neugründung der DDR als eine Art Synthese aller Nationalstaaten in Deutschland vorschwärmte mit Höcke als Reichskanzler. Kapital käme von den Chinesen, die Amerikaner seien nicht notwendig und Musk baue einen Raketenbahnhof in Peenemünde (vgl. S. 210 ff). Immerhin es war ein Versuch, wie Weiß ihn erklärt, „als eine Art positiv gewendete Totalitarismusthese Bestandteile der NS-Zeit und der DDR für ein zukünftiges Reich produktiv“ (S. 212) zu machen. Und dann kommt wieder die Migration: Björn Höcke hatte berichtet, dass sein Vater ihm 1989 erklärt habe, das mit der DDR „nun das letzte ethnische Reservoir von Überfremdung bedroht werde“ (S. 217).

Die traditionellen Werte, die Furcht vor der Globalisierung und der Konservatismus in Russland sprechen die Republikaner in den USA an, sodass der politisch rechtsaußenstehende Pat Buchanan vor dem sogenannten cultural marxism warnte und Putin als einen Gleichgesinnten entdeckte.

Die Systematik, mit der Volker Weiß den Geschichtsverfälschungen und der Umkehrung der Interpretationen entgegentritt, überzeugt. Er zeigt den populistischen Mechanismus auf: Im Nachhinein werden die Sowjetunion und die DDR rehabilitiert und ein selektives Geschichtsverständnis präsentiert. Die Parole von „linken Nazis“ dient dazu, seine verbrecherischen Aspekte nach links auszulagern, so dass die heutigen Gegner der AfD diskreditiert werden können, während zugleich der ideologische Kern des Nationalsozialismus rehabilitiert werde (vgl. S. 233).

In der Tat, die alternative Geschichtsdeutung und deren Durchsetzung gehen einher mit der Zerstörung des „dekadenten Westens“, so wie die AfD es auf ihre Fahnen geschrieben hat. Einfache Erklärungen aufgrund falscher Fakten und Interpretationen. Das alles passt zum Populismus der AfD, die einfach behauptet, man sei hier nicht frei, und deshalb die Freiheit verspricht. Mit diesem Buch hat Volker Weiß einen wertvollen Beitrag zur Entzauberung der AfD geschrieben.

Volker Weiß
Das Deutsche Demokratische Reich
Wie die extreme Rechte Geschichte und Demokratie zerstört
Stuttgart: Klett-Cotta 2025,
288 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-96667-1

Lesebericht und nachgefragt: Volker Weiß, Katechon. Zur Wiederkehr der politischen Theologie in der Gegenwart

»Lasst euch von niemandem verführen, in keinerlei Weise; denn zuvor muss der Abfall kommen und der Mensch des Frevels offenbart werden, der Sohn des Verderbens. Er ist der Widersacher, der sich erhebt über alles, was Gott oder Heiligtum heißt, sodass er sich in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott. Erinnert ihr euch nicht, dass ich euch dies sagte, als ich noch bei euch war? Und jetzt wisst ihr, was ihn noch aufhält, bis er offenbart wird zu seiner Zeit. Denn das Geheimnis des Frevels ist bereits wirksam; nur muss der, der es jetzt aufhält, erst hinweggetan werden; und dann wird der Frevler offenbart werden. Ihn wird der Herr Jesus töten mit dem Hauch seines Mundes und wird ihm ein Ende machen durch seine Erscheinung, wenn er kommt. Der Frevler aber wird kommen durch das Wirken des Satans mit großer Kraft und lügenhaften Zeichen und Wundern und mit jeglicher Verführung zur Ungerechtigkeit bei denen, die verloren werden.«

2. Thess 2, 3-10

Maximilian Krah (AfD, MdB) twitterte am 23. September 2025: „Trump ist der Katechon! In seiner Rede vor der UN-Vollversammlung rechnete er mit der politisch korrekten Selbstzerstörung ab: Einwanderung, Klimawahn, Energiewende – alles zerstört. Er beendet den woken Irrsinn und bietet eine versöhnte Zukunft.“ (https://x.com/KrahMax/status/1970519034404970765 – aufgerufen am 10.7.2026)

Am 3. Januar 2026 twitterte M. Krah: „Trump bringt den Wandel, den wir immer beschrieben, gefordert und erhofft haben. Großraumordnung statt „rules-based“ Losertum a la Baerbock. Wer als Rechter das kritisiert, kennt die eigene Weltanschauung nicht. Wie kann man ernsthaft Maduro verteidigen? Trump ist der Katechon!“ (https://x.com/KrahMax/status/2007504046727553365 – aufgerufen am 10.7.2026)

Was verbirgt sich hinter dem Wort „Katechon, das Krah mit dem „Wandel“ und sogar mit einer „Großraumordnung“ statt des „‚rules-based‘ Losertums a la Baerbock“ und auch gleich mit Trump gleichsetzt?

Mit Recht macht Volker Weiß in diesem Buch auf den „Katechon“ aufmerksam, scheint er doch ganz offenkundig für die Ideologie der AfD zu stehen. Weiß zeigt auch wie die beiden Begriffe „Katechon“ und „Großraum“ auf die Lehre des Staatsrechtlers Carl Schmitt verweisen. Die Ursprünge dieser Begriffe werden in AfD-Kreisen wohl gar nicht hinterfragt, ihr Schlagwortcharakter reicht aus, um daraus politisches Kapital zu generieren. Die AfD bedient sich gerne des Begriffs des „Katechon“, vielleicht um von der Autorität der Bibel (vgl. 2. Thess 2) zu profitieren und die Idee des „Aufhalters“, den Apostel Paulus in seinem zweiten Brief an die Gemeinde in Thessaloniki erwähnt hat, zu nutzen. Paulus erläutert die Parusie, die Absicht Gottes, Christus wieder auf die Erde zu schicken und das damit verbundene Ende der Zeit, um so der Verbreitung von Irrlehren entgegenzuwirken.

Was manche als Hinweise auf die Wiederkunft Christi verstehen wollte, sei nur die List eines Widersachers, des Anti-Christen, dieser führe aber die Menschen zum Bösen, er/es müsse aufgehalten werden: „Diese verzögernde Instanz wird im Griechischen Katechon genannt.“ (S. 14) Die Unbestimmtheit dieser Bezeichnung, die eigentlich nur eine Eigenschaft ist, macht es Krah und der AfD so leicht, sie zu interpretieren und für die eigenen Zwecke zu vereinnahmen.

Volker Weiß
Das Deutsche Demokratische Reich
Wie die extreme Rechte Geschichte und Demokratie zerstört
Stuttgart: Klett-Cotta 2025,
288 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-96667-1

Die Gleichsetzung von „Katechon“ mit Trump lässt aufhorchen und Volker Weiss durchleuchtet die Argumentation des Tech-Oligarchen Peter Thiels, der seine Unternehmen wie Palantir mit dem Kampf gegen das Böse assoziiert, wobei er zunächst die menschliche Entscheidungsfähigkeit als Gefahr versteht. Daraus folgt, so Weiß, eine Antihaltung „gegen Alters- und Gesundheitsfürsorge, betriebliche Mitbestimmung und Gleichstellungsvorschriften, Umweltschutz und verbriefte Menschenrechte“, die freiem Unternehmertum entgegenstehen. (vgl. S. 25 f.) Auch der russische Ultranationalist Alexander Dugin (https://x.com/AGDugin/status/2047323714962801005 – aufgerufen am 10.7.2026) zitiert den Katechon. Ihm wird die Kraft zuerkannt, das Böse aufhalten zu können. Für ihn ist dieser Gedanke wohl die einzige Weg, Personen, wie Trump oder Putin zu deuten. So wird der Katechon zu einer Figur der politischen Theologie, die die rechtsextreme Ideologie beherrscht, aber nichts wirklich erklären kann.

Rechtsextreme Parteigänger werden zu religiösen Fundamentalisten und geben zu verstehen, dass eine höhere Kraft den »falschen Verheißungen« des »Antichristen« entgegentreten müsse. Es sind Werte einer demokratischen und aufgeklärten Gesellschaft, die Globalisierung wie auch die Klimapolitik, die genauso wie die Migrationspolitik – mit ihre alle Migranten (Stichwort „Remigration“) in Bausch und Bogen verdammt werden, als seien sie Werke des Teufels. Diesen Werten gilt es etwas entgegenzusetzen und der Katechon als »Aufhalter« des Bösen wird zu einer theologisch-politischen Figur, die die Ideologie der extremen Rechten nährt: M. Krah: „Es kann kein Zweifel bestehen: Donald Trump ist der Katechon unserer Zeit!“ (https://x.com/KrahMax/status/1994315844269048220 – aufgerufen am 10.7.2026)

Die Kritik der AfD an der Unterstützung der Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg bekommt mit dem Hinweis von Volker Weiß auf Dugins Interpretation der russischen Angriffskriegs als der Versuch, die „Welt nicht nur vor der Ukraine, sondern vor dem globalistischen Westen“ (S. 41 f.) zu bewahren, eine Perspektive, die ihren Wählern wohl nicht so vertraut ist. Sie werden durch die Beschwörung des Katechon in eine neue Ost (Katechon) – West (Messias) Konfrontation gezogen und verinnerlichen so den Gegensatz zwischen „liberal“ (Messias) und „illeberal“ (Katechon). (vgl. S. 70) Die Verächtlichmachung aller sozialen Errungenschaften bis zu den Menschenrechten und allem, was in irgendeiner Form Macht reguliert, ist die Folge.


Lesebericht und Nachgefragt: Volker Weiß, »Die autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes«
Aufgezeichnet von Heiner Wittmann
27.3.2017

Hinterfragt man, wie Weiß den Ursprung des Begriffs Katechon deutet, wie auch in diesem Zusammenhang der Messianismus zum Beispiel im Denken eines Alfred Rosenberg, „der Parteiphilosoph der NSDAP“ verstanden wird, lautet das Urteil: „Der Messianismus wird, wie in diesen Passagen zu sehen ist, von seinen Gegnern, hauptsächlich auf seinen Ursprung im Judentum zurückgeführt, um nachzuweisen, dass aus ihm die schädlichen Verheißung des Liberalismus, Sozialismus sowie das Zionismus hervorgegangen sein. In diesem Bild des „falschen“ Messianismus moderner Emanzipationsbewegungen konnten Konterrevolution und Antisemitismus nahtlos vereint werden. Das Verständnis dieses Denkens ist wichtig, um die Wahl des Katechon-Motivs durch die Extreme Rechte nachzuvollziehen.“ (S. 76)

Mit dieser Analyse des Katechon-Begriffs erläutert Volker Weiß, wie im Hintergrund die AfD-Ideologie der Extremen Rechten entsteht. Inhalt und Herkunft des Begriffs spielen dabei eine eher untergeordnete Rolle, es kommt eigentlich nur auf seine Bedeutung als politischen Kampfbegriff u. a. gegen den Liberalismus an. Möglicherweise können nur wenige auf Nachfrage, die Genese des Katechon erklären. Am 12. Januar 2026 hat Björn Höcke in einem Tweet erklärt: „Die Weltordnung von 1945 wird endgültig abgeräumt. Für Alexander Dugin sehen sich globale Akteure in unterschiedlichen Rollen in einem eschatologischen Endkampf: Rußland begreift sich beispielsweise als Katechon, der das Chaos aufhält, die USA als globaler Befreier. Die religiöse Aufladung macht die internationale Spannungslage nochmal unberechenbarer und gefährlicher…“ (https://x.com/BjoernHoecke/status/2010757720547160492 – aufgerufen am 10.7.2026) und erwähnte auch Peter Thiel, zwei Entwicklungen vorhersieht: „Armageddon (3.Weltkrieg) oder der Antichrist“ und Höcke resümiert „Ein an sich selbst irre gewordenes Deutschland und ein machtloses Europa schauen dieser Entwicklung ratlos zu. Was wäre ihr Beruf? Was müßten wir (wieder) sein, um einen dritten Weg zu eröffnen?“

Und am 8. Juli 2026 legte Maximilian Krah in einem Tweet nach : „„Wenn sie [die Europäer] nicht endlich bei Einwanderung und Energie aufpassen, wird es kein Europa mehr geben.“ Donald Trump, heute in Ankara. Und er hat recht!“ (https://x.com/KrahMax/status/2074779061079962016 – aufgerufen am 10.7.2026) Krah bezeichnet Trump hier nicht wie am 23. September 2025 – wie eingangs hier zitiert – als Katechon, aber der Kampf gegen die Migranten bleibt offenbar das Topthema der AfD.

Volker Weiß
Katechon. Zur Wiederkehr der politischen Theologie in der Gegenwart

Stuttgart: Klett Cotta, 3. Druckaufl., 2026,
128 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-7681-9860-8,

Eine Orgel für Riga: Benefiz-Konzerte an Wegscheider-Orgeln

Drei erfolgreiche und begeisternde Benefizkonzerte an den Wegscheider-Orgeln in und nahe Berlin wurde im April und im Juni 2026 durchgeführt. Sie erbrachten stattliche Spenden und trugen weiter zur Bekanntmachung unseres Projekts bei (nicht zuletzt, da auf das Schlusskonzert im Kultursender von Radio Berlin-Brandenburg durch Bernhard Schrammek hingewiesen wurde, der auch einige Informationen über das Vorhaben selbst vermittelte.)

Eine „Bach-Orgel“ für Riga

> Werden Sie Patin oder Pate der neuen Contius-Orgel im Dom zu Riga

Am 8. April traten in der Dorfkirche Schönefeld an der dort 2020 eingeweihten Wegscheider-Orgel Hanna Cho, Heena Lee und Aleksandr Volkov aus der Schülerschaft von Professor Henry Fairs, Universität der Künste Berlin, und verzauberten mit Musik von D. Buxtehude, J. S. Bach, F. Mendelssohn-Bartholdy und R. Schumann.. Die Gesandte der Botschaft von Lettland, Frau Elina Borhersa, würdigte das Vorhaben und dokumentierte seitens Lettland Interesse und Anerkennung für das Vorhaben. Kristian Wegscheider erläuterte das Konzept der an Andreas Contius orientierten Barock-Orgel in Riga.

Alle Fotos in diesem Beitrag: © Bernd Malner

Für den 3. Juni hatte Rudite Livmane, die lettische Kantorin der Evangelischen Kirchengemeinde Alt-Pankow, eine Schar von ca. 30 Künstlerinnen und Künstlern versammelt für ein überaus reichhaltiges Programm , das sie leitete und moderierte. Zugleich spielte sie auf der seit 2021 dort vorhanden barocken Orgel aus der Orgelwerkstatt Kristian Wegscheider. Das Programm enthielt wunderbare Musik unter dem Motto „musikalisches Kaleidoskop – Musik aus Lettland“, Orgel mit Gesang, Flöte, Streicher, Oboe, Pauken und Klavier/Cello sowie Vokalwerke durch einen Projektchor aus Pankow mit Beteiligung von Angehörigen des RIAS-Kammerchors. Enthusiastischer Beifall des umfangreichen Publikums. Das Grußwort der lettischen Botschafterin, I.E. Frau Alda Vanaga, wurde diesmal verlesen, dokumentierte aber erneut Interesse und Dankbarkeit sowie den deutsch-lettischen Charakter des Projekts.

In der voll besetzten Heilandskirche in Sacrow am Havelufer spielte am 14. Juni Professor Henry Fairs zur Begeisterung des Publikums ein hochkarätiges Konzert mit Werken von H. Scheidemann, J.S. Bach, .G. Müthel, J.U. Steigleder. G. Frescobaldi, A.Ph. Bach und Georg Muffat. Das Grußwort der lettischen Botschafterin trug diesmal sehr engagiert ihre Kulturreferentin Frau Magone Runka vor.

Allen beteiligten Künstlerinnen und Künstlern gebührt aufrichtiger Dank für Engagement und Auftreten ohne Honorar sowie große Anerkennung für die Qualität der Aufführungen. Großer Dank gebührt auch den gastgebenden Kirchengemeinden für Engagement und Unterstützung: in Schönefeld Kantor Thomas Müller, in Pankow Pfarrer Michael Hufen und in Sacrow Prädikant Reinhard Beyer. In ihnen haben wir warmherzige Freunde gefunden.

Handlungsempfehlungen für Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt

In meinen letzten vier Schulahren als Lehrer in Internatsgymnasien zeigt die Beobachtung von Schüler/innen, dass sie bei jeder sich nur bietenden Gelegenheit mit einem Griff ihr Smartphone hervorholen, entsichern, wischen und immer wieder wischen. Sie sitzen den Pausen in Gruppen zusammen oder alleine, starren auf ihr Smartphone, Gespräche entstehen eigentlich nur, wenn einer dem anderen das Display zeigt. Viele von ihnen tragen ihr Smartphone ständig auf der flachen Hand vor sich her. Kaum jemand von ihnen guckt irgendetwas Schulrelevantes nach, alle sind den sozialen Medien verfallen, denen es mit allen Tricks gelingt, ständig die Aufmerksamkeit ihrer User zu kapern. Das Wort „Konzentration“ kommt nur auf S. 58 einmal vor. Wegen der besonderen Tragweite des Mangels an Konzentration durch die sozialen Medien hätte dieser Begriff viel mehr Aufmerksamkeit verdient.

Die jetzt vorgelegte Studie schlägt sehr zu Recht eine großen Bogen, in dem sie viele Aspekte der digitalen Welt, in die viele Jugendliche sich gerne zurückziehen untersucht. Die große Vorsicht, mit der die Autoren sich einer Regelung der Nutzung der „Sozialen Medien“ annähern, zeigt, dass sie sich sehr wohl den technischen Hürden, die mit einer solchen Regelung verbunden sind, bewusst sind. Es wird auch deutlich, wie notwendig eine europäische Regelung dieser Frage ist.

Die Unabhängige Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ hat am 24. Juni 2026 der Bundesbildungs- und – familienministerin Karin Prien 56 Handlungsempfehlungen für eine moderne Kinder- und Jugendpolitik im digitalen Zeitalter überreicht.

Handlungsempfehlungen der Expertenkommission Kinder und Jugendmedienschutz

Kurzfassung: Handlungsempfehlungen der Expertenkommission Kinder und Jugendmedienschutz

Die Empfehlungen zeigen Wege auf, wie Schutz, Befähigung und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt gelingen können. Sie bilden die Grundlage für die im Koalitionsvertrag vereinbarte Gesamtstrategie der Bundesregierung zum Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt. Die Empfehlungen enthalten Vorschläge zum Schutz, zur Befähigung und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt. Der Bericht ist auch eine Grundlage für die im Koalitionsvertrag vereinbarte Gesamtstrategie der Bundesregierung zum Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt.

Karin Prien bewertet die Empfehlungen der Kommission als wichtige Grundlage für eine moderne Kinder- und Jugendpolitik in der digitalen Welt. Sie fordert mehr Verantwortung von Plattformanbietern, sichere und kindgerechte digitale Angebote („Safety by Design“) sowie eine gesetzliche Altersgrenze von 13 Jahren für soziale Medien mit wirksamer Alterskontrolle. Zudem unterstützt sie die stärkere Verankerung elterlicher Medienerziehung und setzt auf gemeinsame Anstrengungen von Politik, Bildungseinrichtungen, Wissenschaft und Familien. Ziel ist eine Gesamtstrategie, die Schutz, Befähigung und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen gleichermaßen stärkt und ihnen eine sichere Nutzung digitaler Angebote ermöglicht.

Die 56 Handlungsempfehlungn Kurzfassung: Handlungsempfehlungen der Expertenkommission Kinder und Jugendmedienschutz, S. 8-10, enthalten eine sehr großes Bündel an weitreichenden Maßnahmen, die nahezu alle Aspekte der Nutzung von digitalen Angeboten durch Kinder und Schüler enthalten.

Hat unsere Rdaktion etwas übersehen? „TikTok“ kommt gar nicht vor. „YouTube“ wird auch nicht genannt. Es geht aber um „soziale Medien“: „Kinder und Jugendliche wachsen in einer Welt auf, in der digitale Medien allgegenwärtig sind. Soziale Medien, digitale Plattformen und zunehmend auch Anwendungen künstlicher Intelligenz (KI) prägen ihre Informationsumgebungen, ihre Freizeitgestaltung, ihre sozialen Beziehungen, ihre Lernprozesse und insgesamt ihre gesellschaftliche Teilhabe. “ S. 4

In der „Handlungsempfehlung 19“ wird der Bericht deutlicher. Wir zitieren:
„Problem. Internet und soziale Medien sind für junge Menschen zentrale Quellen politischer Informationen und zugleich Räume der Identitätsbildung. Dort treffen sie auf vereinfachte, zunehmend KI-generierte Narrative, emotionale Zuspitzungen und gezielte Desinformation antidemokratischer Akteure. Diese Strategien sind schwer zu durchschauen und sie beeinflussen die Meinungsbildung und das Demokratieverständnis.“ S. 47

Die „Empfehlung“ lautet:
„Medienbildung und politische Bildung sollen gezielt verzahnt werden, damit junge Menschen antidemokratische Narrative erkennen und sich aktiv damit auseinandersetzen.
Über ein bundesweites Förderprogramm sollen Konzepte für Schule, Jugendverbandsarbeit, Vereine und die offene Kinder- und Jugendarbeit entwickelt, erprobt und implementiert werden, getragen von Projektverbünden aus Praxis und wissenschaftlicher Begleitung. Eine Zusammenarbeit mit den Bundes- und Landeszentralen für politische Bildung soll angestrebt werden.

Zuständig ist der Bund.“ (ib.)

Die „Wirkung“ auf der gleichen Seite klingt wie ein Lernziel, das geschärft werden könnte:
„Junge Menschen durchschauen manipulative Online-Strategien, ordnen sie ein und
entwickeln eigene Handlungsmöglichkeiten. Sie bilden ein faktenbasiertes
Demokratieverständnis und eine demokratische Haltung aus, mit denen sie sich an der Gesellschaft beteiligen.“ (ib.)

„Handlungsempfehlung 20“ will „Erprobungsräume (Safer Spaces) für junge Menschen öffnen, um Internetphänomene zu erkennen und Umgangsstrategien zu entwickeln“ (S. 48)

Das „Problem“ wird wie folgt umrissen: „Das Internet, Soziale Medien und Online-Games sind für junge Menschen zentrale Räume der Information, des Austauschs und der Meinungsbildung. Dort treffen sie aber auch auf Desinformation, populistische Ansprache und Hasskommentare und bewegen sich durch algorithmische Empfehlungen häufig in Echokammern mit einseitiger Orientierung. Um sich eine eigene, an demokratischen Werten ausgerichtete Haltung zu bilden, fehlen ihnen begleitete Räume, in denen sie Gegenstrategien erproben können.“ (ib.)

Spätestens mit hier beschriebenen „Wirkung“: „Junge Menschen durchschauen Desinformation und Manipulation, ordnen sie ein und treten ihnen kompetent entgegen. Sie sind in der Lage, sich vor der Vereinnahmung durch demokratiefeindliche Akteure zu schützen und sich gestärkt an gesellschaftlichen Debatten zu beteiligen,“ (ib.) kommen Zweifel auf, ob die Autoren dieses Berichts die tatsächlichen Gefahren wirklich in den Blick genommen haben.

Die Argumente bezüglich der Altersgrenzen werden in der „Handlungsempfehlung 36“ „Risiko- und designorientiert regulieren – zwei Alternativen: gesetzliche Mindestaltersgrenze (13 Jahre) und dienstspezifische Altersgrenzen“ gegeneinander abgewogen: S. 69-73. Die erste Alternative: „(1) Nach der ersten Alternative soll für die eigenständige Nutzung eigener Social-Media Accounts eine gesetzliche Mindestaltersgrenze von 13 Jahren gelten. Sie soll mit einer wirksamen Altersüberprüfung verbunden werden. Für Kinder unter 13 Jahren soll ein gesetzlicher Erlaubnisvorbehalt geschaffen werden, der nachweislich kindgerechte und risikoarme Angebote zulässt. Das Erziehungsrecht der Mütter und Väter soll gewahrt bleiben, soweit das körperliche, geistige und seelische Wohl des Kindes nicht gefährdet wird.
Für Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren sollen abgestufte Schutzstandards gelten.
Dabei soll zwischen den Altersgruppen 13 bis 16 und 16 bis 18 Jahren unterschieden werden. Riskante Funktionen sollen standardmäßig deaktiviert sein (s. HE 37 „Sichere und altersgerechte Voreinstellungen und Designanforderungen für Jugendaccounts“).“

Die „Handlungsempfehlung 38“ „Eine wirksame und datenschutzgerechte Altersbestimmung unter Wahrung der Grundrechte verbindlich regeln“ wird konkreter: Das Problem, das sich mit den sozialen Medien stellt, wird so beschrieben: Alterskontrollen sollen Kinder und Jugendliche vor schädlichen Inhalten schützen, doch bisher fehlen verbindliche Vorgaben, sodass Plattformen selbst über die eingesetzten Verfahren entscheiden. Viele Methoden bergen Risiken für Datenschutz, Grundrechte und Diskriminierung, während unklare Regeln sowohl den Jugendschutz als auch die Rechte und Teilhabe aller Nutzerinnen und Nutzer gefährden. Die Kommission ist sich bewusst, dass es nicht einfach ist diesen Zugang zu regeln erinnert daran, dass die Verfahren zur Alterskontrolle sich stark in ihrer Zuverlässigkeit, Umgehbarkeit und ihren Auswirkungen auf die Grundrechte der Nutzerinnen und Nutzer unterscheiden. Besonders biometrische und datenbasierte Methoden gefährden Datenschutz und Selbstbestimmung, fördern die Machtkonzentration großer Plattformen und können sowohl den Jugendschutz als auch die Rechte aller Nutzer beeinträchtigen. Dementsprechend sind die Empfehlungen auch kompliziert formuliert: „Variante 1: Bei Einführung eines gesetzlichen Mindestalters für soziale Medien“ und „Variante 2: Risikobasiertes Stufenmodell (ohne allgemeines Mindestalter)“ (S. 75 f)

Unsere Redaktion hat auf unserem Frankreich-Blog schon öfters über die Maßnahmen zum Schutz der Kinder und Jugendlichen in der digitalen Welt in Frankreich berichtet: > Frankreich will den Jugendlichen unter 15 Jahren den Zugang zu sozialen Netzwerken verbieten – 27. Juni 2026

Lucas Vogelsang liest aus »Zeitlupen. Denn der Fußball schreibt die besten Geschichten«

Der Fußball ist eine Bildermaschine, er produziert Legenden, Momentaufnahmen. Szenen, die vom Triumph und vom Scheitern erzählen, von Rivalität und Leidenschaft, von Aufstieg und Abgrund.

Die »Zeitlupen« folgen diesen Spuren des Spiels und zeigen, wie es weiterging. Nach dem wichtigsten Tor, dem letzten Zweikampf, dem traurigen Abgang. In jedem Augenblick schon der Anfang einer neuen Geschichte.
Und es geht um die Karrieren nach dem Abpfiff, dieser ewigen Nachspielzeit. Und zeigen, wie es weiterging. Nach dem wichtigsten Tor, dem letzten Zweikampf, dem traurigen Abgang. In jedem Augenblick schon der Anfang einer neuen Erzählung.

 

Mit zwei zusätzlichen Kapiteln und ­einem neuen Vorwort.

Lucas Vogelsang
> Zeitlupen. Denn der Fußball schreibt die besten Geschichten
2. Druckaufl., 2024, Erscheinungstermin: 19.10.2022, 272 Seiten, broschiert/div>
ISBN: 978-3-608-50174-2
Diese Ausgabe ersetzt die ISBN: 978-3-608-50497-2

Lesebericht und Nachgefragt: Niclas Seydack, »Geile Zeit«

Das Buch von Niclas Seydack ist gerade als Taschenbuch erscheinen, deshalb zeigt unsere Redeaktion den Lesebericht von 24.9.2024, der bei Klett-Cotta erschienen war, und das Interview zu »Geile Zeit« hier noch einmal an:

Nicht über sich schreibt Niclas Seydack, sondern wie der Untertitel von »Geile Zeit« lautet, er verfasst gleich eine »Autobiographie einer ganzen Generation«. Seydack erzählt, wie das Leben damals in dem kleinen Dorf unweit der Ostsee so war. Er spielte mit seinen Freunden: „Kann Malte rauskommen?“ Und genauso wie wir damals in Köln in einem Büdchen die Verpflegung für unsere Ausflüge kauften, bei uns waren es Gummibärchen, die wir dann auf den Fahrradtouren durch den Kölner Grüngürtel gerecht verteilten, waren es bei Niclas saure Schnüre. Zu Hause wächst er schon mit einem PC und einem Gamepad auf.

So einfach war der Übergang auf die weiterführende Schule nicht, weil sein Volksschullehrer ihm den Wechsel auf das Gymnasium nicht zugetraut hatte, die Eltern sahen das anders und überstimmten Herrn Holm-Reichert. Das Gymnasium begann mit einer Schweigeminute für die Opfer von 9/11. Dann das Seebeben im Indischen Ozean, die Welt rückte irgendwie immer näher. Wieder eine Schweigeminute, diesmal wegen des Amoklaufes in Erfurt: Künftig würde vor so etwas mit „Frau Schwarz bitte ins Sekretariat …“ gewarnt werden.

Eine erste Karriere als Klassenclown scheiterte schon im ersten Anlauf. Der zweite Versuch war kaum besser, ein bisschen unanständig und eigentlich nur für Ärger geeignet. Ein erster Schülerjob führt Niclas in eine Bäckerei, er probt seinen Einsatz gegen Rassismus und bekommt prompt Ärger.

Auf den Familienkassetten entdeckte er bald die einschlägigen Filme, mit denen er zu Hause Vorführungen für seine Freunde veranstaltete. Draußen durfte nicht allzu viel Lärm gemacht werden, die Kurgäste in Bad Schwartau brauchten Ruhe. Im Unterricht sollte HMTL gelernt werden, aber Blobby Volley wurde unbemerkt gespielt. Überhaupt gewinnt man bei Niclas‘ Rückschau den Eindruck, dass überall gelernt wurde, sich ständig neue Horizonte auftaten, dauernd etwas Neues entdeckt wurde, immer wieder was passierte, nur nicht in der Schule. Das stellt die Institution Schule kaum in Frage, denn Niclas scheint über die Kritik an seiner Schulzeit schon schnell und längst hinweg zu sein.

Seine Freunde flogen nach Rom, Athen oder London, Niclas ging zum Campingplatz in Scheeßel. Mehr oder weniger gelungene Mutproben aller Art vertrieben die Zeit. In der Oberstufe stand die Sorge um den Abischnitt immer im Vordergrund. Dann die Abschlussfahrt nach Italien und Herr Krüger erzählte ihnen etwas über die Renaissance, was seine Zöglinge arschlangweilig fanden, und er revanchierte sich bei Niclas: „… aus Ihnen, Niclas, wird sowieso nichts mehr.“ Schulzeit verpfuscht? Kein lobendes Wort über die Schule …? Schwingt da auch Enttäuschung mit, dass so wenig davon übrigblieb? Desillusionen, Missbehagen, Bedauern über verpasste Chancen? Die Rückblicke von Niclas entsprechen manchmal gar nicht so recht dem Titel des Buches. Hätte man was anders machen können?

Zivildienst bei einer katholischen Hilfsorganisation. Und dann passierte wirklich etwas. Lena (Meyer-Landrut) gewann 2010 mit ihrem Hit „Satellite“ den Eurovision Song Contest in Oslo.

Nach dreizehn Schuljahren gings mit 21 in die Uni nach Jena. Regelstudienzeit, Bologna-Prozess, Credit Points, in einem Absatz präzisiert Niclas seine ganz berechtigte Kritik an der deutschen Uni: vgl. S. 99. Wieder geht es um verpasste Chancen, die er aber auch nicht zu verantworten hatte. Studieren zwischen den Partys, improvisierte Raves am Sonntagmittag. Immer näher kommt die Welt. Massenpanik auf der Loveparade in Duisburg, Amoklauf auf der norwegischen Insel Utøya, der Copilot des Germanwing-Flugs 9525, der 150 Menschen mit in den Tod riss.

Dann das Praktikum bei der Stadtredaktion in Dresden. Wie wird man erwachsen? Wenn die Kindheit endgültig zu Erinnerung wird? (S. 129) Dann kam die Pandemie und die endlosen Zoom-Sitzungen. Eigentlich wollte er Journalist werden, stattdessen gab es jetzt Kurzarbeit im Homeoffice.

Die Krisen der Welt. Aber da war ja Kanzlerin Merkel, die aufpasste, dass sie nicht zu nahekamen. Niclas rechnet ihr hoch an, dass sie seiner Mutter so ähnelte und erinnerte sich an ihr „Wir schaffen das.“ Sie fand das „alternativlos“ und Niclas glaubte im Nachhinein, dass sie dadurch die neue „Fascho-Partei“ förderte.

Um die 30 ist er jetzt und kriegt den ersten Rentenbescheid; hat eine 40-Stunden-Woche. „Eigentlich ist es die Aufgabe und das Privileg junger Menschen, Neues zu erfinden, das die Alten nervt.“ (S. 203)

»Geile Zeit« ist der Bericht aus einer Zeit, in der alles ausprobiert wurde. Zugleich aber auch eine gewisse Nachdenklichkeit, war man doch in der Jugend eigentlich auf nichts vorbereitet, was da später kommen würde.

Niclas Seydack,
Geile Zeit
Stuttgart:Tropen 2024

Lesebericht: Antonio Scurati, »Faschismus und Populismus«

Stürzende Imperien««Die neue weiße Reihe bei Cotta bündelt immer wieder, präzise auf den Punkt gebracht, Überlegungen zu den großen Fragen unserer Zeit. Im vorliegenden Buch meldet sich Antonio Scurati zu Wort und erklärt die Zusammenhänge zwischen Faschismus und Populismus. Es lohnt sich, »Faschismus und Populismus« zu lesen und seine Gedankengänge genau nachzuvollziehen, da es seinen Lesern von heute den Blick auf die Praktiken der Populisten schärft, die unsere Parlamente erobern, obwohl sie mit der parlamentarischen Demokratie fremdeln. Dieses Buch ist auch ein Weckruf. Seid wachsam gegenüber den Populisten, ihr Treiben ist durchschaubar, man muss nur genau hinsehen. Lasst Euch nicht verführen, denn irgendwann ist es zu spät, so könnte das Resümee dieses Buches lauten.

I. Faschismus. Antonio Scurati, Literaturwissenschaftler und Autor des mehrbändigen Romanzyklus über Mussolini »M« erklärt in dem Essay »Faschismus und Populismus« (übers. v. E. Heinemann, Stuttgart: Cotta 2024), warum die populistischen Extremisten, die sich nicht unbedingt links oder rechts einordnen lassen, unseren Demokratien so gefährlich werden. Wie konnte es dazu kommen? „Dass das Gefühl für Geschichte verloren ging, ist eine der großen geistigen Unzulänglichkeiten unserer Zeit, die in vielerlei Hinsicht eine privilegierte Epoche ist“ (S. 9). Es sei zu Beginn des Millenniums gewesen: „Wir verloren die Fähigkeit, uns vom großen Strom der Zeit, die von fernher kam und in die Ferne strömte noch getragen zu werden…“ (S. 11). Das sei kein Grund, sich zu verstecken, zumal gerade eine rechtsextreme Partei in Italien die Regierung übernommen hat. Wird die Verbindung zur Geschichte von ihr einfach gekappt oder neu interpretiert werden? Da die Debatte bisher ausgeblieben sei, befürchtet Scurati, dass es zu einem „aufwiegelnden und gehässigen Revisionismus“ (S. 14) kommen werde.

Es sind die Erfahrungen, die Scurati bei der Niederschrift des Romanzyklus über Mussolini »M« gesammelt hat, die sein historisches Bewusstsein geschärft haben. Im neuen Millennium verstärkten sich die revisionistischen Geschichtsdarstellungen und die Propaganda von offen neofaschistischen Gruppen und es gab immer neue Grenzüberüberschreitungen geprägt vom nationalen Bewusstsein. So erlitt die demokratische Grundeinstellung einen offensichtlichen Schaden, während zur gleichen Zeit Populisten auf dem Vormarsch waren (vgl. S. 21).

Den deutschen Ausdruck Vergangenheitsbewältigung gebe es nicht im Italienischen. Mit der Erzählung des Faschismus aus der Sicht des Antifaschismus hofft Scurati, seinen Teil dazu beitragen zu können, dass die Vergangenheit besser verstanden werde. Sein Befund scheine sich mit aktuellen Lage Italiens zu bestätigen. An dieser Stelle präzisiert Scurati seine Einschätzung: die Parteien, die heute die Demokratien herausfordern, seien Nachfahren des populistischen, nicht des faschistischen Mussolinis, der den Faschismus konzipiert und die politische Praxis eingeführt hat, die heute als „souveränistischer Populismus“ (S. 28 f.) bezeichnet wird. Mit der Unterstützung der Arditi und der Gründung der Italienischen Kampfverbände begann der Faschismus, immer geprägt von Gewalt: „Die Gewalt ist das Alpha und Omega des Faschismus“ (S. 39).

II. Populismus. Die folgenden identifizierten Merkmale des Populismus ergaben sich für Scurati auch aus seiner Arbeit an »M«:

1. Autoritäre Personalisierung ist eines der Kennzeichen, die auf Verführung hinweisen, wenn der Populist sich mit dem Volk gleichsetzen will. Personalisierung entsteht immer, wenn eine Person für die Partei bzw. gar für ein ganzes Volk stehen will. 2. Antiparlamentarische Polemik, die sich aus der Gleichsetzung mit dem Volk ergibt und die Vielfalt der Meinungen im Parlament verunglimpft sowie einfache Lösungen anbietet. 3. Führung durch Nachfolgen wird Mussolinis Leitsatz werden, Taktik statt Strategie, ständiger Verrat. 4. Politik der Angst. Die vermeintlichen Gefahren ständig beschwören, den Niedergang allen vor Augen führen, nicht Hoffnung, sondern Angst verbreiten. Jetzt ist das Ziel fast erreicht: 5. Die Angst in Hass verwandeln, wie Mussolini dies ausdrücklich wünschte. 6. Das moderne Leben vereinfachen: Die Migranten seien der Feind, so wie damals die Sozialisten. Das Verführungskonzept von Mussolini funktioniere heute noch, so Scurati. 1.-6. definiert den Autoritarismus, den die Extremen wie auch Trump sich auf ihre Fahnen geschrieben haben. Dazu kommt die Kommunikation, die sich nicht widerspruchsduldend an die primitiven Instinkte der Menschen richte: „Der Faschismus ist keine Komödie, sondern eine Tragödie“ (S. 80).

Im Nachwort erinnert Scurati schließlich an den Fall der Berliner Mauer und heute nach 20 Jahren sei er sich der „Illusion der ewigen Demokratie“ (S. 83) bewusst.

Antonio Scurati
Faschismus und Populismus
Aus dem Italienischen von: Enrico Heinemann
Stuttgart: klett-Cotta 2024, 96 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-7681-9861-5

Lesebericht: Peter Heather, John Rapley, »Stürzende Imperien«

Jetzt ist die Taschenbuchausgabe von Peter Heather, John Rapley, »Stürzende Imperien« bei Klett-Cotta erschienen. Hier der Lesebericht von 2024:

Peter Heather, Professor für mittelalterliche Geschichte am New College in Oxford, lehrt zurzeit am King’s College in London. John Rapley unterrichtet politische Ökonomie an der Universität in Cambridge und am Johannesburg Institute for Advanced Studies. Beide Autoren zeichnen ein düsteres Bild vom Niedergang des Westens, der mit der Jahrtausendwende eingesetzt hat: Das Bruttoinlandsprodukt der westlichen Länder sinkt, die Migrantenströme wurden zu einem immer größeren Problem, die populistischen Strömungen bieten auch keine Lösungen, sondern akzentuieren mit ihren simplen Lösungen eher noch den Niedergang.

Dem Westen gelingt angesichts der Herausforderungen durch neue Zentren in der Welt keine geeignete Antwort, so wie auch in den westlichen Staaten Finanzprobleme aus dem Ruder laufen, die Verschuldung steigt. Immer mehr wird die Globalisierung als gescheitert empfunden. Wurde der Containerhandel als Antrieb für den weltweiten Handel einst gefeiert, so merkt der Westen, wie er seinen Teil zu einer Entwicklungshilfe beiträgt, die so nicht geplant war. Die dritte Welt gewinnt ein neues Selbstbewusstsein, das auch einen WTO-Gipfel scheitern ließ. So einfach wie früher kann der Westen seine Handelsbedingungen nicht mehr formulieren. Und schließlich ist da auch der Aufstieg Chinas, den beide Autoren als eine außergewöhnliche Zeitenwende bezeichnen, die in einem starken Kontrast zu Russland stehe.

Das Bild, das Heather und Rapley vom Westen zeichnen, könnte düsterer nicht sein. Niedergang überall, rundherum aufstrebende Kräfte in den Peripherien. Eine Krise in den 90er Jahren, die mit staatlichen Hilfen beantwortet wurde, was aber nur zu einem erstmal letzten Aufbäumen des Westens führte und zum Streit der Ökonomen über Sparmaßnahmen und einer staatlichen Ausgabenpolitik. Schon werden Steuermodelle in Frage gestellt und es zeigen sich erste Protestreaktionen, die diese Steuerlast nicht mehr mittragen wollen. Ganz zu schweigen von dem Teufelskreis anfänglicher Proteste, zunehmender Instabilität, die durch zu Autorität neigenden Systemen oder Regierungen, zunehmend möglicherweise mit der Missachtung von (Menschen-)Rechten und dann auch mit Gewalt beantwortet werden. (Auch Paul Lynch widmet sich auf fiktionaler Ebene diesem Thema in seinem Roman „Das Lied des Propheten“ (Klett-Cotta, 2024)).

Diese Liste enthält nur eine Auswahl der vielen Faktoren, an denen der Niedergang des Westens abzulesen ist. Beide Autoren suchen nach Erklärungen und Rezepten, um diesen Abstieg nach einer dreihundert Jahre langen Vorherrschaft über den Planeten zu verhindern. Sie erinnern uns daran, wie das Römische Reich nach einer vergleichbaren Blütezeit mit großer Ausdehnung eine Epoche des Niedergangs und schließlich des Zerfalls erlebte.

Peter Heather und John Rapley schreiben eine Art parallele Geschichte und vergleichen auf beinahe jeder Seite ihres Buches Vorgänge, Ereignisse, Tendenzen und Entwicklungen des Westens mit der römischen Geschichte. So systematisch, wie sie das machen, könnte man auch manchmal Zweifel bekommen, ob die Geschichte sich wirklich wiederholt. Aber genau darin liegt die Spannung ihrer Darstellung, die zu einer Diskussion über Ursachen und Konsequenzen des Abstiegs des Westens anregen soll. Im Zentrum steht dabei immer wieder die Frage nach der Art und Weise, wie Rom mit den Bedrohungen und Angriffen aus seiner Peripherie umgegangen ist. In den Augen beider Autoren gibt es genügend Beispiele, die es erlauben, den Niedergang Roms mit der Entwicklung des Westens zu vergleichen.

Beeindruckend sind die Kenntnisse der beiden Autoren über das Wirtschaftsgefüge der Spätantike, mit denen sie die Sozialgeschichte der letzten Jahrhunderte Roms interpretieren und immer neue Ansatzpunkte zum Vergleich mit dem heutigen Westen aufdecken. Natürlich erinnert man sich an Gibbons Studie über den Verfall und Untergang des römischen Reichs und beide Autoren zeigen, wieso seine Darstellung heute korrigiert werden muss; dabei stützen sie sich auch auf Ergebnisse er Archäologie und zeigen Handelswege mit Konsequenzen auf, von denen Gibbon nichts ahnte.

Immer wieder rechtfertigen beide Autoren ihren Vergleichs-Ansatz: Rom und der Westen gerieten „zum Zeitpunkt ihres vermeintlichen Wohlstandsmaximums“ in eine Krise, ihre Epizentren verschoben sich und Zentren außerhalb ihres Einflussbereiches stiegen auf. Für beide liege darin der Keim ihres eigenen Niedergangs. Die Autoren beharren auf ihrer Idee, Rom und den Westen miteinander zu vergleichen. Dies dürfe aber keinesfalls nur hinsichtlich der Migrationswellen geschehen, sondern auch die Funktionsweise des imperialen Systems müsse berücksichtigt werden, woraus sich ihrer Meinung nach weitere Vergleichspunkte ergeben.

Und dennoch diskutieren beide Autoren auch die Migration, weil ihr Problem sehr viel umfangreicher sei und sich keinesfalls nur mit Größenordnungen beschreiben lasse. So ließen sich die „‘Barbareneinfälle‘ der spätrömischen Zeit“ […] keinesfalls mit den Migrationsströmen unserer Zeit vergleichen“. Ein Migrationsstopp ist in ihren Augen „ein Patentrezept für den absoluten wirtschaftlichen Niedergang“.

Der Vergleich der Endzeit des Römischen Reiches mit der heutigen Situation des Westens führt beide Autoren dazu, dem Westen zu raten, römische Fehler nicht zu wiederholen. Ein ganzes Bündel von Ratschlägen tragen sie vor, darunter die Mahnung, mit neu entstehenden Zentren, wie China nicht um jeden Preis in Konfrontation zu treten, sondern zunächst in der eigenen Peripherie nach Verbündeten zu suchen, die bisher zum Westen in einem Konkurrenzverhältnis gestanden haben.

Nicht jeder Leser wird manchen Vergleich zwischen dem Westen und Roms gleichermaßen bewerten, dennoch ist die Methode der beiden Autoren ein sehr inspirierender Ansatz, um die aktuellen Probleme des Westens besser zu verstehen, die populistischen Sirenentöne der Rechtsextremen fachgerecht beantworten und Lösungsvorschläge zugunsten des Westens diskutieren zu können.

Peter Heather, John Rapley
Stürzende Imperien
Rom, Amerika und die Zukunft des Westens
Aus dem Englischen von: Thomas Andresen
Stuttgart: Klett-Cotta, 1. Auflage 2026, 288 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-608-98922-9

Die Hermann-Lietz-Schule auf Schloss Bieberstein lädt zur Summerschool 2026 ein

Die Hermann-Lietz-Schule auf Schloss Bieberstein lädt zur Summerschool 2026 ein

LIETZ INTERNAT SCHLOSS BIEBERSTEIN
Lädt zur > Summerschool mit Segelfliegen
vom 01.08.2026 bi 14.08.2026

Zum Herunterladen Flyer Summerschool 2026 – Segelfliegen auf der Wasserkuppe

Segelfliegen lernen auf der Wasserkuppe – Wohnen im Schloss.

ABHEBEN. ERLEBEN. WACHSEN.
Zwei Wochen, die dich beflügeln – in jeder Hinsicht.

Tauche ein in zwei unvergessliche Wochen voller Abenteuer, Freiheit und neuer Perspektiven bei der Summerschool im LIETZ Internat Schloss Bieberstein. Vom 01.08. bis 14.08.2026 erwartet dich eine einzigartige Kombination aus Segelfliegen, Gemeinschaft und Schlossleben mitten in der faszinierenden Natur der Rhön. Auf der Wasserkuppe, dem größten Segelflugzentrum der Welt, lernst du gemeinsam mit erfahrenen Fluglehrern die Grundlagen des Segelfliegens. Spüre das Kribbeln beim Start, genieße den Blick über endlose Horizonte und entdecke, wie es sich anfühlt, selbst abzuheben. Dabei wohnst du in einem historischen Schloss mit modernem Komfort und erlebst eine besondere Atmosphäre voller Inspiration und Zusammenhalt. Neben der Flugausbildung erwarten dich spannende Aktivitäten, gemeinsame Erlebnisse und neue Freundschaften, die weit über den Sommer hinaus bleiben. Die Summerschool bietet dir die Chance, Verantwortung zu übernehmen, Selbstvertrauen aufzubauen und über dich hinauszuwachsen.
Hier lernst du nicht nur das Fliegen, sondern auch Teamgeist, Mut und Begeisterung für neue Herausforderungen.

Auf unserem Blog > Erinnerungen an die Hermann-Lietz-Schule auf Schloss Bieberstein

Die Teilnahme kostet 2.500 € und beinhaltet Unterkunft, Verpflegung, Flugausbildung, Betreuung sowie das gesamte Programm. Teilnehmen können Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren mit einem ärztlichen Flugtauglichkeitszeugnis und einer Körpergröße bis maximal zwei Meter. Wenn du bereit bist, Neues zu entdecken und unvergessliche Erinnerungen zu sammeln, dann ist diese Summerschool genau das Richtige für dich. Sichere dir jetzt deinen Platz und werde Teil eines Sommers, der dich beflügelt!

Jetzt bewerben: www.lietz-schulen.de/schloss-bieberstein/informationen/kontakt

Hermann-Lietz-Schule auf Schloss Bieberstein

Konrad-Adenauer-Stiftung: Analysen & Argumente Europäische Union – der steinige Weg zum globalen Stabilitätsanker. Ergebnisse der Panorama-Analyse 2026

Johanna Hohaus und Tim Peter haben für die Konrad-Adenauer-Stiftung habt in ihrer Reihe „Analysen & Argumente“ die Ergebnisse der Panorama-Analyse 2026 unter dem Titel „Europäische Union – der steinige Weg zum globalen Stabilitätsanker“ veröffentlicht:

Die Panorama-Analyse der Konrad-Adenauer-Stiftung ist eine multithematische Standortbestimmung der Entwicklung der Europäischen Union und ihres Umfelds im Jahresvergleich. Sie umfasst drei Dimensionen: (I) Innovation und Wettbewerbsfähigkeit, (II) Europapolitische Ausrichtung der Mitgliedstaaten und (III) Globales Umfeld. Diesen liegen jeweils fünf Indikatoren zugrunde, die sich wiederum auf mehreren Kriterien pro Indikator gründen. In dieser Studie werden die Hauptergebnisse der Panorama-Analyse 2026 präsentiert.

Konrad-Adenauer-Stiftung:   Analysen & Argumente Europäische Union – der steinige Weg zum globalen Stabilitätsanker. Ergebnisse der Panorama-Analyse 2026

Die Panorama-Analyse zeigt, dass die Europäische Union im geopolitisch angespannten Umfeld zunehmend als Stabilitätsanker gilt. Fortschritte gibt es vor allem bei Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Resilienz, während Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft gegenüber China unter Druck geraten. Trotz einzelner Blockaden bleibt die EU handlungsfähig und sollte nach dem Machtwechsel in Ungarn Reformen wie mehr Mehrheitsentscheidungen im Rat vorantreiben. International sollen die EU und ihre Mitgliedstaaten gemeinsam mit anderen Mittelmächten die regelbasierte Weltordnung stärken; die erfolgreiche Handelsagenda gilt dabei als wichtiger erster Schritt.

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