Mass migration ?

„Im Jahr 2025 beantragten 113.326 Menschen erstmals Asyl in Deutschland,“ – Website der Bundeszentrale für politische Bildung, siehe auch: > Grunddaten der Zuwandererbevölkerung in Deutschland – Website des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Die rückläufigen Zahlen erlauben es nicht, von einer Massenmigration zu sprechen. Man benutzt diesen Begriff, um vor Migranten zu warnen und sie als eine Gefahr für das eigene Land darzustellen, ohne zu bedenken, was die Migranten zur Flucht bewegt. Wenn sie an den Grenzen eines anderen Staates erscheinen, werden sie oft in Bausch und Bogen als „Illegale“ bezeichnet, was nach Ab- und Ausweisung bei Umgehung aller Asyl- und Menschenrechte klingt.

Wenn der US-Außenminister Marco Rubio auf der Münchner Sicherheitskonferenz am 14. Februar 2026 von Massenmigration als einer Bedrohung spricht…

… dann denkt unsere Redaktion an das Buch von Ursula Krechel:

> Rezension : Ursula Krechel, Vom Herzasthma des Exils auf diesem Blog

Das Thema der Migranten ist spätestens seit der Versicherung von Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Wir schaffen das!“ zu einem ganz besonderen Reizthema geworden, das besonders von einer Partei am ganzen rechten Rand zum populistischen Stimmenfang genutzt wird: vgl. > Nachgefragt: Stephan Detjen, Maximilian Steinbeis, Die Zauberlehrlinge. Der Streit um die Flüchtlingspolitik und der Mythos vom Rechtsbruch.

Ursula Krechel hat zu diesen Themen für die kleine weiße Reihe bei Cotta einen sehr bemerkenswerten Essay verfasst: Vom Herzasthma des Exils. Sie hat sich vorgenommen „Etappen, Widersprüche und Konsequenzen der Migrationsgeschichte von der französischen Revolution bis ins 21. Jahrhundert“ (so der Klappentext) in den Blick zu nehmen. Das ist wahrlich ein anderer Blick auf Migranten, als bei diesem Thema von einem Zaun rund um Deutschland zu schwadronieren. Auf dem Klappentext steht auch: Krechel „stößt auf eine Einwanderungsgesellschaft, die keine sein will, die sich der elementaren Einsicht verweigert, dass diejenigen, die sich auf den unberechenbaren Weg machen, den Respekt der Sesshaften verdienen.“ Damit ist der Ton dieses Buches angeschlagen. Jedes einzelne Wort dieses Satzes trägt ein Argument zum Schutz der Migranten in sich, der in der Forderung nach mehr Respekt gegenüber denjenigen, die meist aus furchtbaren Gründen wie Krieg, Naturkatastrophen und Verfolgungen jeder Art sich oft auf einen sehr beschwerlichen und gefährlichen Weg machen, ihr Leben riskieren, um in Sicherheit für Leib und Leben zu gelangen, das als ein Menschenrecht man ihnen doch nicht absprechen dürfte. > Bitte weiterlesen